Globale Krypto-Anlageprodukte steuern nach dem Ende einer achtwöchigen Serie von Nettoabflüssen in Höhe von rund 8 Milliarden US-Dollar auf die zweite Woche mit Mittelzuflüssen in Folge zu. Darauf verwies James Butterfill, Research-Chef von CoinShares, in einem am Freitag veröffentlichten Bericht.
Nach Angaben des Unternehmens sorgten niedriger als erwartete US-Inflationsdaten für eine Aufhellung der Anlegerstimmung und stärkten die Erwartungen auf Zinssenkungen der US-Notenbank Fed.
In der vergangenen Woche verzeichneten globale Krypto-Fonds Zuflüsse von 287 Millionen US-Dollar. Auch die laufende Woche dürfte nach einem schwachen Start mit Abflüssen im Plus enden. In die US-Spot-Bitcoin-ETFs flossen zwischen Dienstag und Donnerstag laut Daten von SoSoValue im Schnitt 368 Millionen US-Dollar.
Auslöser für den Stimmungswechsel waren die am Dienstag und Mittwoch veröffentlichten US-Inflationsdaten. Sowohl die Verbraucherpreise (CPI) als auch die Erzeugerpreise (PPI) für Juni lagen unter den Markterwartungen. Daraufhin reduzierten die Märkte ihre Erwartungen an eine weitere Straffung der Geldpolitik.
Trotz der verbesserten Stimmung warnt CoinShares, dass das Aufwärtspotenzial des Bitcoin ohne eine deutlichere Wende in der Geldpolitik begrenzt bleiben dürfte.
„Wir erwarten eine Seitwärtsbewegung. Ein Ausbruch über 80.000 US-Dollar erscheint ohne eine deutliche Veränderung der Erwartungen an die Geldpolitik unwahrscheinlich“, heißt es in dem Bericht.
Butterfill zufolge könnte Bitcoin nach der jüngsten Erholung zwar kurz davorstehen, einen tragfähigen Boden auszubilden. Erwartungen an eine unmittelbar bevorstehende Zinssenkung der Fed seien jedoch verfrüht. Üblicherweise nehme die Marktaktivität zu, wenn sich Bitcoin neuen Höchstständen nähere. Auf dem derzeitigen Kursniveau bleibe die Beteiligung der Anleger dagegen vergleichsweise verhalten.
„Das vorherrschende Bild ist, dass das aktuelle Marktumfeld Interesse an zusätzlichen Positionen weckt. Gleichzeitig überwiegt jedoch Vorsicht, solange die allgemeine Stimmung negativ bleibt“, ergänzte Butterfill.
Auch am Optionsmarkt deuten Daten von Glassnode auf eine zunehmende Verbesserung der Stimmung hin. Das Unternehmen erklärte, dass die implizite Volatilität von Bitcoin mit der Kurserholung zurückgegangen sei.
Der Rückgang deutet darauf hin, dass sich ein Großteil der während des Ausverkaufs im Juni aufgebauten Risikoprämie inzwischen wieder abgebaut hat. Vollständig verschwunden sei die Unsicherheit jedoch nicht.
Gleichzeitig fiel das Verhältnis von Put- zu Call-Optionen auf Bitcoin auf den niedrigsten Stand seit sechs Monaten. Das spricht dafür, dass Händler ihre Absicherung gegen Kursverluste zurückfahren und zugleich stärker auf mögliche Kursgewinne setzen.
„Da sich der Kurs im Bereich von 64.000 US-Dollar stabilisiert, scheinen Händler ihre Absicherungen gegen fallende Kurse zu reduzieren und ihre Positionierung auf steigende Kurse wieder auszubauen. Das ist ein konstruktives Signal für die Marktstimmung“, schrieb Glassnode in einem Beitrag auf X.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wurde Bitcoin bei 63.900 US-Dollar gehandelt und lag damit auf Sicht von 24 Stunden um 0,1 Prozent im Minus.