Open Standard hat am Dienstag den an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin Open USD (OUSD) vorgestellt. Die Digitalwährung wurde für den globalen Zahlungsverkehr entwickelt und wird von einem Bündnis aus mehr als 140 Unternehmen getragen.
Zu den Gründungsmitgliedern gehören Zahlungsnetzwerke, Banken, Fintech-Unternehmen, Technologieplattformen und Anbieter von Krypto-Infrastruktur. Beteiligt sind unter anderem Shopify, Google, Ripple, Solana, Coinbase, Visa, Mastercard, Stripe, BlackRock und BNY.
Nach Angaben von Open Standard soll OUSD die Schwächen bestehender Stablecoins beseitigen. Geplant sind eine gebührenfreie Ausgabe und Rücknahme der Token, keine Begrenzung des Transaktionsvolumens, eine Beteiligung der Ökosystempartner an den Reservenerträgen sowie ein gemeinschaftliches Governance-Modell.
Statt von einem einzelnen Emittenten kontrolliert zu werden, soll die Plattform von einem Vorstand beaufsichtigt werden, der die beteiligten Unternehmen repräsentiert.
Open Standard erklärte weiter, dass der Stablecoin für Transaktionen mit hohem Volumen im Unternehmensbereich ausgelegt sei. Dazu zählen grenzüberschreitende Zahlungen, Geldtransfers, Händlerabrechnungen und Auszahlungen.
„Bestehende Stablecoins haben große Stärken. Doch für ihren Einsatz im großen Maßstab benötigen Unternehmen eine Lösung, die offen, kostengünstig, leistungsfähig, breit zugänglich und auf ihre Interessen ausgerichtet ist. Wir freuen uns, mehr als 140 Unternehmen für den Start von Open USD zusammengebracht zu haben. Es ist ein Stablecoin für die Internetwirtschaft – entwickelt von den Unternehmen, die dieses Ökosystem aufbauen“, erklärte Open-Standard-Gründer und CEO Zach Abrams am Dienstag.
Nach Angaben von Open Standard vereint OUSD eine auf hohe Skalierbarkeit ausgelegte Infrastruktur mit gemeinsamen wirtschaftlichen Anreizen über Reservenerträge sowie einer Governance-Struktur, die den beteiligten Unternehmen Mitspracherechte bei der Weiterentwicklung des Netzwerks einräumt.
Auch mehrere Gründungspartner hoben die Vorteile des gemeinschaftlichen Modells hervor. Visa-Produkt- und Strategiechef Jack Forestell erklärte, das Unternehmen bringe seine operativen Standards und sein Risikomanagement ein, um OUSD zu unterstützen.
Will Gaybrick, Präsident für Technologie und Geschäft bei Stripe, erklärte zudem, OUSD solle zum bevorzugten Stablecoin für Unternehmen werden, die die Plattform des Unternehmens nutzen.
DoorDash-Mitgründer Andy Fang verwies dagegen auf einen schnelleren und günstigeren Zugang zu grenzüberschreitenden Einnahmen. BNY hob die Bedeutung einer neutralen und interoperablen Infrastruktur für digitale Vermögenswerte für institutionelle Marktteilnehmer hervor.
Die Einführung des Stablecoins ist für später in diesem Jahr geplant. Das Netzwerk Solana wird von Beginn an nativ unterstützt.
„Stablecoins sind derzeit die wichtigste Entwicklung im Zahlungsverkehr. Wir wollen unseren Kunden Zugang zu den besten verfügbaren Lösungen bieten – darunter Open USD und weitere Angebote“, sagte Shan Agrawal, Chief Business Officer von Coinbase.
Die Vorstellung von OUSD erfolgt vor dem Hintergrund einer anhaltend steigenden Verbreitung von Stablecoins bei Banken, Fintech-Unternehmen und Zahlungsdienstleistern. Die gesamte Marktkapitalisierung aller Stablecoins hat inzwischen die Marke von 300 Milliarden US-Dollar überschritten. Das unterstreicht die wachsende Nachfrage nach blockchainbasierter Zahlungsinfrastruktur sowohl bei Krypto-Unternehmen als auch bei traditionellen Finanzinstituten.
Diese Entwicklung hat im vergangenen Jahr eine Reihe neuer Branchenkooperationen ausgelöst. In Europa arbeitet ein ursprünglich von neun großen Banken – darunter ING, UniCredit, BNP Paribas, CaixaBank und SEB – gegründetes Konsortium an einem MiCA-konformen Euro-Stablecoin, dessen Einführung für 2026 vorgesehen ist.
Auch US-Banken wie JPMorgan, Bank of America, Citigroup und Wells Fargo haben bereits gemeinsame Initiativen zur Entwicklung eines Stablecoins geprüft.