Die US-Derivateaufsicht CFTC hat am Mittwoch Änderungen an Regel 40.11 vorgeschlagen und will damit einen formellen Rahmen für die Überprüfung von Vorhersagemarkt-Kontrakten schaffen.
Der vorgeschlagene Rahmen richtet sich gegen Kontrakte mit Bezug zu Terrorismus, Attentaten, Krieg, Glücksspiel oder Handlungen, die nach Bundes- oder einzelstaatlichem Recht rechtswidrig sind. Ziel ist es, für mehr regulatorische Klarheit zu sorgen, da die Zahl der auf von der CFTC regulierten Plattformen gehandelten Ereigniskontrakte weiter zunimmt.
„Die CFTC wird die Integrität unserer regulierten Märkte schützen, ohne verantwortungsvolle Innovationen zu behindern“, sagte CFTC-Vorsitzender Michael Selig.
Selig erklärte, dass die bestehenden Bestimmungen des Commodity Exchange Act bereits Schutzmechanismen für Vorhersagemärkte enthielten. Dennoch seien klarere Standards erforderlich, um die Vorhersehbarkeit und Transparenz bei der Anwendung dieser Regeln zu verbessern.
„Dieser Vorschlag gibt der Kommission einen dauerhaften und transparenten Rahmen an die Hand, um jene Kontrakte zu identifizieren, deren Prüfung der Kongress uns aufgetragen hat, und gleichzeitig legitimen Märkten die Weiterentwicklung zu ermöglichen“, ergänzte Selig.
Der Vorschlag folgt auf eine im März veröffentlichte Vorankündigung eines Regelsetzungsverfahrens (Advanced Notice of Proposed Rulemaking, ANPRM), mit der die Behörde öffentliche Stellungnahmen dazu eingeholt hatte, ob zusätzliche Vorschriften für Ereigniskontrakte erforderlich sind. Die nun vorgelegte Initiative soll eine der zentralen Fragen aufgreifen, die im Rahmen dieser Konsultation aufgeworfen wurden.
Selig argumentierte zudem, dass Kontrakte über Ereignisse wie Terrorismus, Attentate oder Kriege einer umfassenden Aufsicht bedürften, da Marktteilnehmer häufig nicht über verlässliche Informationen verfügten, um solche Ereignisse zutreffend einschätzen zu können.
Er warnte, dass Personen mit Zugang zu sensiblen Informationen der nationalen Sicherheit einen Anreiz haben könnten, aus ihrem Wissensvorsprung finanziellen Nutzen zu ziehen. Gleichzeitig könnten böswillige Akteure versuchen, Kontraktpreise zu manipulieren, um Öffentlichkeit oder Behörden gezielt in die Irre zu führen.
„Die Öffentlichkeit kann die tatsächliche Wahrscheinlichkeit des Eintretens solcher Ereignisse oft nicht kennen“, sagte Selig. Die Unsicherheit rund um solche Ereignisse könne zudem die Abwicklung der Kontrakte erschweren und das Vertrauen der Öffentlichkeit beeinträchtigen.
Selig räumte außerdem ein, dass einige umstrittene Ereigniskontrakte weiterhin über Offshore-Plattformen außerhalb der Zuständigkeit der CFTC angeboten werden könnten. Der Vorschlag solle jedoch dazu beitragen, dass sich Vorhersagemärkte innerhalb des regulierten Rahmens der Behörde entwickeln, anstatt auf weniger transparente Handelsplätze auszuweichen.
„Entweder entwickeln sich Vorhersagemärkte verantwortungsvoll innerhalb des transparenten, rechenschaftspflichtigen und bewährten Rahmens der CFTC weiter [...] oder sie wandern in die Schatten der Offshore-Märkte ab“, erklärte Selig.
Der Vorschlag steht nun zur öffentlichen Konsultation, während die Behörde ihre umfassenderen Bemühungen zur Modernisierung der Aufsicht über den rasch wachsenden Markt für Vorhersagekontrakte fortsetzt.