Strategen von TD Securities weisen darauf hin, dass ein schwächer als erwarteter Anstieg der US-Kerninflation den US-Dollar nur leicht belastet hat. Nach ihrer Einschätzung bleibt der breit angelegte Aufwärtstrend der US-Währung intakt, gestützt durch robuste Arbeitsmarktdaten und geopolitische Spannungen. Für den US-Dollar-Index (DXY) erwarten sie bis zur Sitzung der US-Notenbank in der kommenden Woche eine Stabilisierung im Bereich von 99,86 bis 100,00 Punkten. Neue Hinweise von Fed-Chef Warsh könnten anschließend die Richtung für die nächste größere Bewegung des Dollars vorgeben.
„Die Verbraucherpreisinflation entsprach im Mai weitgehend den Markterwartungen. Die Gesamtinflation verzeichnete mit einem Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat erneut einen kräftigen Anstieg (0,473 Prozent vor Rundung; TD: 0,48 Prozent, Konsens: 0,5 Prozent), was vor allem auf die anhaltenden Auswirkungen hoher Rohölpreise zurückzuführen war. Die Benzinpreise stiegen um 7 Prozent gegenüber dem Vormonat.“
„Die Kerninflation fiel dagegen schwächer aus als erwartet und legte um 0,2 Prozent zum Vormonat zu (0,208 Prozent vor Rundung; TD: 0,23 Prozent, Konsens: 0,3 Prozent). Wie erwartet war die Abschwächung vor allem auf eine Normalisierung der sogenannten OER-Komponente sowie der Mieten nach dem starken Anstieg im April zurückzuführen.“
„Der US-Dollar reagierte zunächst mit moderaten Verlusten, nachdem die monatliche Kerninflation die Konsensschätzungen unterschritten hatte. Dennoch befindet sich die US-Währung bereits in einem breit angelegten Aufwärtstrend, und dieser dürfte kaum durch eine einzelne, leicht schwächere Kerninflationszahl beendet werden.“
„Die positive Überraschung bei den US-Arbeitsmarktdaten in der vergangenen Woche sowie die zunehmenden Spannungen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran reichen aus, um den Dollar weiter zu stützen.“
„Unser Basisszenario sieht vor, dass der DXY-Index bis zur FOMC-Sitzung in der kommenden Woche auf dem erhöhten Niveau von rund 99,86 bis 100,00 Punkten verharrt. Wir erwarten, dass die geldpolitischen Signale von Fed-Chef Warsh ein entscheidender Auslöser für den nächsten richtungsweisenden Ausbruch des US-Dollars sein werden.“