EUR/CAD erholt sich von den jüngsten Verlusten des Vortags und notiert während der frühen europäischen Handelsstunden am Donnerstag um 1,6110. Das Währungspaar gewinnt an Wert, da der Euro (EUR) vor der geldpolitischen Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Laufe des Tages Unterstützung erhält.
Händler erwarten allgemein, dass die EZB auf ihrer Juni-Sitzung den Zinssatz für die Einlagenfazilität um 25 Basispunkte anhebt. Die Entscheidungsträger adressieren die Gefahr von Zweitrundeneffekten bei der Inflation angesichts erhöhter Energiepreise. Dies wäre die erste Zinserhöhung seit drei Jahren.
Die Händler werden die Inflations- und Wirtschaftswachstumsprognosen der EZB genau beobachten. Der Markt rechnet mit drei Zinserhöhungen für den Rest des Jahres. Zudem könnte die Pressekonferenz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde Hinweise darauf geben, ob die Zinserhöhung eine einmalige Maßnahme ist oder ob in diesem Jahr weitere Straffungen wahrscheinlich sind.
Das Währungspaar EUR/CAD gewinnt an Wert, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) vor Herausforderungen steht, da Investoren erwarten, dass die Ölpreise nach der Ankündigung des US-Militärs, seine jüngsten Angriffe auf den Iran abgeschlossen zu haben, nachgeben. Dies weckt Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen und mildert die Sorgen um die Ölversorgung. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutender Ölexporteur ist und der CAD stark als Rohstoffwährung eingestuft wird.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.