Die Kennzahl der aktiven Adressen im Ethereum-Netzwerk (ETH) geht nach einer kurzen Erholung erneut zurück und nähert sich den Niveaus zu Monatsbeginn. Seit Mitte Februar ist der Sieben-Tage-Durchschnitt der aktiven Adressen um rund 50 Prozent gefallen. Das deutet auf eine deutlich nachlassende Aktivität auf der Blockchain und eine eingetrübte Stimmung rund um Ethereum hin, obwohl die Kurse bereits auf vergleichsweise niedrigem Niveau notieren.
-1780001074410.png)
Aktive Ethereum-Adressen. Quelle: CryptoQuant
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Ethereum-Beständen auf Börsen. Nachdem die Reserven zu Monatsbeginn deutlich gestiegen waren, haben sie sich in den vergangenen zwei Wochen weitgehend seitwärts bewegt.
Der starke Anstieg fiel mit dem Beginn des jüngsten ETH-Kursrückgangs zusammen. Dies entspricht dem historisch häufig beobachteten Verkaufsdruck nach kräftigen Zuflüssen auf Handelsplattformen. Die aktuelle Seitwärtsbewegung signalisiert zwar eine Abschwächung der Verkaufsaktivität, zugleich fehlt aber auch ein spürbarer Kaufimpuls.
-1780001096288.png)
Ethereum-Börsenreserven. Quelle: CryptoQuant
Auch auf institutioneller Seite bleibt die Entwicklung schwach. Die US-Spot-ETFs auf Ethereum verzeichneten zuletzt anhaltende Mittelabflüsse. Nach Abflüssen von rund 67,1 Millionen US-Dollar am Dienstag summiert sich die Serie inzwischen auf zwölf Handelstage in Folge mit negativen Nettomittelflüssen. Laut Daten von Farside Investors ist dies die längste Verlustserie seit März 2025.
„Damit ETH wieder an Stärke gewinnt, müssen mehrere Faktoren zusammenkommen. Das direkteste Signal wären über mehrere Tage hinweg konstant positive Zuflüsse in Spot-ETFs auf Ethereum“, schrieb Nicolai Sondergaard, Research-Analyst bei Nansen, in einer Mitteilung an FXStreet. „Das ist bislang nicht in nennenswertem Umfang geschehen. Solange sich daran nichts ändert, bleibt die institutionelle Nachfrage nach ETH als eigenständige Anlage eher eine offene Frage als eine belegte Tatsache.“
Am Terminmarkt bleiben die Händler ebenfalls überwiegend pessimistisch. Daten zum Taker Buy Sell Ratio zeigen, dass der Sieben-Tage-Durchschnitt dieser Kennzahl seit dem 8. Mai unter der Marke von 1 liegt. Gleichzeitig erreichte das Open Interest (OI) von Ethereum am Donnerstag mit 16,1 Millionen ETH einen Rekordwert, obwohl der Kurs unter 2.000 US-Dollar gefallen ist und die Finanzierungsraten weiterhin positiv bleiben.

Ethereum-Finanzierungsraten. Quelle: Coinglass
Diese Entwicklung deutet auf eine mögliche Konstellation hin, bei der Leerverkäufer verstärkt neue Positionen aufbauen und damit das Open Interest steigen lassen. Gleichzeitig kaufen Anleger auf der Long-Seite Kursrückgänge oder halten verlustreiche Positionen weiter, was die positiven Finanzierungsraten stützt.
Mit dem jüngsten Kursrückgang wurden laut Daten von Coinglass innerhalb von 24 Stunden Positionen im Wert von mehr als 236 Millionen US-Dollar liquidiert. Den größten Anteil daran hatten Long-Positionen mit rund 225 Millionen US-Dollar.
Im Tageschart setzt Ethereum seinen Abwärtstrend fort. Der Kurs notiert weiterhin unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 20, 50 und 100 Tage, die bei rund 2.143, 2.200 beziehungsweise 2.292 US-Dollar verlaufen. Diese Konstellation deutet darauf hin, dass Kursanstiege derzeit für Verkäufe genutzt werden.
Zugleich signalisieren ein stark überverkaufter Relative-Stärke-Index (RSI) nahe 30 sowie ein Stochastik-Wert unter 10 anhaltenden Abwärtsdruck statt einer unmittelbar bevorstehenden Erholung.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand im Bereich von 2.018 US-Dollar. Weitere Hürden folgen bei 2.107 US-Dollar sowie am 20-Tage-Durchschnitt nahe 2.143 US-Dollar. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 2.200 US-Dollar und die Marke von 2.211 US-Dollar verstärken diese übergeordnete Widerstandszone. Darüber begrenzen der 100-Tage-Durchschnitt bei 2.291 US-Dollar sowie die Marke von 2.388 US-Dollar mögliche stärkere Erholungsbewegungen.

Tageschart ETH/USDT
Auf der Unterseite gilt die Zone um 1.909 US-Dollar als unmittelbare Unterstützung. Weitere wichtige Auffangmarken liegen bei 1.741 und 1.524 US-Dollar. Ein Bruch der Marke von 1.404 US-Dollar würde den Weg für eine deutlich tiefere Korrektur öffnen.