TradingKey – In der Asien-Sitzung am 19. August verzeichnete der Goldpreis (XAUUSD) im Tagesverlauf eine schwache Erholung und legte um etwa 0,2 % zu, um nahe 4.340 US-Dollar zu notieren. Zuvor war der Goldpreis am Dienstag um fast 2 % gefallen, was vor allem auf einen Ausverkauf an den globalen Anleihemärkten und einen kräftigen Anstieg der Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen zurückzuführen war. Nachdem die US-Anleiherenditen heute von ihren Höchstständen nachgaben, erhielt Gold wieder Kaufunterstützung, wenngleich der breitere Markt vor der Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der Fed für Juli weiterhin zurückhaltend bleibt.
Aus fundamentaler Sicht sind die US-Zinsen und die Renditen von US-Staatsanleihen zuletzt die zentralen Treiber des Goldpreises gewesen.
Die globalen Anleihemärkte erlebten diese Woche einen ausgeprägten Ausverkauf, wobei langlaufende US-Staatsanleihen durch Fiskal- und Inflationssorgen belastet wurden. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg am Dienstag zeitweise auf 5,337 % und näherte sich damit ihrem höchsten Stand seit fast 20 Jahren. Da Gold keine Zinsen abwirft, erhöhte der steile Anstieg der Anleiherenditen die Opportunitätskosten für das Halten des Edelmetalls, was den Goldpreis am Dienstag um knapp 2 % nach unten drückte.
Heute schwächte sich der Ausverkauf an den Anleihemärkten jedoch ab. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ging auf etwa 4,70 % zurück, die Rendite 30-jähriger Anleihen fiel auf nahe 5,27 %, und auch der US-Dollar-Index gab auf rund 99,5 nach. Die zeitgleiche Schwäche der US-Anleiherenditen und des US-Dollars verhalf dem Goldpreis zu einer Erholung von seinem gestrigen Tiefststand auf nahezu 4.350 US-Dollar.
Für Anleger rückt nun das anstehende Protokoll der Juli-Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve in den Fokus. Auf der Juli-Sitzung hatte die Fed beschlossen, die Leitzinsen mit 9 zu 3 Stimmen unverändert zu belassen, wobei sich drei Notenbanker für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte aussprachen – was die anhaltenden Sorgen vor Inflationsrisiken innerhalb des Gremiums unterstreicht. Der darauffolgende unerwartete Rückgang der US-Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft für Juli sowie relativ moderate Inflationsdaten wie VPI (CPI) und PPI veranlassten den Markt jedoch dazu, seine Erwartungen hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen allmählich zurückzuschrauben.
Daher wird die entscheidende Erkenntnis aus dem Sitzungsprotokoll sein, wie viele Fed-Vertreter weitere Zinsschritte genau unterstützen. Sollte das Protokoll offenbaren, dass über die drei Gegenstimmen hinaus eine beträchtliche Zahl von Notenbankern weiterhin besorgt über ein mögliches Wiederaufleben der Inflation ist und die Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen in diesem Jahr sieht, könnten die Renditen von US-Staatsanleihen erneut steigen und den Spielraum für eine Goldpreis-Erholung begrenzen. Wenn umgekehrt mehr Vertreter ihren Fokus auf die Abschwächung der Beschäftigung und des Wirtschaftswachstums richten, könnte der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September weiter reduzieren, und ein Rückgang des Dollars sowie der Anleiherenditen würde dem Goldpreis dabei helfen, erneut die Marke von 4.400 US-Dollar zu testen.

Goldpreis-Tageschart, Quelle: TradingView
Mit Blick auf den Tageschart des Goldpreises erholten sich die Kurse zuvor kontinuierlich von der Marke um 4.000 US-Dollar und stiegen kurzzeitig über 4.400 US-Dollar, konnten sich jedoch zuletzt nicht nachhaltig über diesem Niveau halten. Am Dienstag fiel Gold um fast 2 %, was darauf hindeutet, dass oberhalb von 4.400 US-Dollar weiterhin erhebliche Gewinnmitnahmen und technische Verkäufe stattfinden. Derzeit liegt der Goldpreis wieder nahe 4.350 US-Dollar und tritt kurzfristig in eine Konsolidierungsphase auf hohem Niveau ein.
Unterdessen bestätigte Gold zum Dienstagsschlusskurs ein Unterschreiten des gleitenden 10-Tage-Durchschnitts, was signalisiert, dass sich das bärische Momentum weiter verstärkt hat. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit einer fortgesetzten kurzfristigen Abwärtsbewegung, bei der die Unterstützung am gleitenden 20-Tage-Durchschnitt um 4.230 US-Dollar getestet werden könnte.
Auf der Unterseite liegt die primäre Unterstützungszone für Gold bei etwa 4.310 bis 4.300 US-Dollar. Fällt Gold unter 4.300 US-Dollar, könnte es weiter in Richtung 4.230 US-Dollar nachgeben.
Auf der Oberseite liegt der kurzfristige Widerstand bei der Marke von 4.380 bis 4.400 US-Dollar. Sollte das Protokoll der Federal-Reserve-Sitzung taubenhaft ausfallen, die Renditen der US-Staatsanleihen nach unten drücken und Gold wieder über 4.400 US-Dollar ausbrechen und sich dort halten, wäre das nächste Ziel die Widerstandszone von 4.430 bis 4.450 US-Dollar. Wird die Marke von 4.450 US-Dollar durchbrochen, könnte Gold erneut einen Anlauf auf die psychologische Marke von 4.500 US-Dollar nehmen.