Silberpreis vor Ausbruch: 3 Gründe, warum es jetzt knallt

Quelle Fxstreet

Der Silberpreis steht an einem Punkt, an dem viele Anleger nervös werden dürften. Nicht ohne Grund. Der Silber-Future notiert im Wochenchart aktuell bei 63,98 US-Dollar. Nach dem Absturz von mehr als 47 % seit dem Blow-off-Top ist der Markt technisch angeschlagen. Gleichzeitig ist Silber aber noch nicht endgültig gebrochen.

Genau diese Mischung macht die Lage so brisant.

Denn der Silberpreis hängt derzeit zwischen zwei Marken fest, die über die nächsten Wochen entscheiden könnten. Unten liegt der wichtige Fibonacci-Support bei 60,46 US-Dollar. Oben wartet ein massiver Widerstandsbereich rund um 66 bis 69 US-Dollar. Solange Silber dazwischen pendelt, ist der Markt weder klar bullisch noch klar bärisch. Aber eines ist sicher: Diese enge Zone wird nicht ewig halten.

Für Anleger bedeutet das: Die nächste größere Bewegung beim Silberpreis könnte kurz bevorstehen. Und genau deshalb ist diese Silberpreis Prognose so wichtig.

Silberpreis Prognose
Silberpreis Prognose

Silber nach dem Absturz: Die große Frage ist jetzt, ob die Bullen noch Kraft haben

Silber hatte zuvor einen extremen Lauf hingelegt. Der Future stieg bis auf 122,67 US-Dollar. Danach folgte der harte Absturz auf aktuell 63,98 US-Dollar. Das ist ein Rückgang von mehr als 47 %.

Das sieht dramatisch aus. Und es ist auch dramatisch.

Denn nach solchen parabolischen Anstiegen läuft der Markt selten sofort wieder sauber nach oben. Oft folgt erst eine Phase, in der die Anleger herausfinden müssen, was der neue faire Preis eigentlich ist. Genau in dieser Phase steckt Silber jetzt.

Der Kurs ist fast wieder in dem Bereich angekommen, in dem der große Aufwärtstrend im Jahr 2022 begonnen hatte. Das macht die aktuelle Zone besonders wichtig. Fängt sich Silber hier, könnte daraus eine neue Erholungsbewegung entstehen. Bricht der Markt dagegen nach unten weg, dürfte der Druck schnell zunehmen.

Der erste wichtige Halt liegt beim VWAP bei 63,81 US-Dollar. Diese Marke stützt den Silberpreis kurzfristig. Doch die wirklich entscheidende Linie liegt etwas tiefer: bei 60,46 US-Dollar. Dort verläuft das 61,8-%-Fibonacci-Retracement. Für viele technisch orientierte Anleger ist das eine Art letzte Verteidigungslinie der Bullen.

Fällt Silber darunter, wird es ungemütlich.

Der Bereich um 69 US-Dollar ist die große Hürde

So wichtig die Unterseite ist, so klar ist auch die Botschaft auf der Oberseite. Silber muss den Widerstandsbereich zwischen 66,35 und 69,06 US-Dollar knacken, sonst bleibt jede Erholung verdächtig.

Bei 66,35 US-Dollar verläuft der gleitende Durchschnitt der vergangenen 50 Wochen. Bei 69,06 US-Dollar liegt der 20-Wochen-Durchschnitt. Genau dort treffen also mehrere technische Widerstände zusammen. Das ist kein Zufall, sondern ein Bereich, in dem viele Marktteilnehmer reagieren dürften.

Wer jetzt auf steigende Kurse setzt, braucht deshalb mehr als nur einen kleinen Rebound. Silber muss diesen Bereich überzeugend zurückerobern. Am besten mit steigendem Volumen. Denn genau daran fehlt es derzeit.

Das Handelsvolumen schrumpft. Die letzte Wochenkerze war ein Doji. Das ist ein Zeichen für Unsicherheit. Weder Käufer noch Verkäufer dominieren den Markt eindeutig. Viele warten ab. Und genau dieses Warten kann gefährlich werden, weil es die nächste Bewegung umso heftiger machen kann.

Der SuperTrend zeigt aktuell weiter nach unten. Die relevante Marke liegt bei 82,45 US-Dollar. Das spricht dafür, dass der mittelfristige Trend noch nicht gedreht hat. Solange dieses Signal bärisch bleibt, sollten Anleger vorsichtig sein, jeden Anstieg sofort als neue Rallye zu feiern.

Das bärische Szenario: Unter 60,46 US-Dollar droht der nächste Schlag

Für die Bären ist die Sache relativ klar. Wird der Bereich um 60,46 US-Dollar gebrochen, könnte der Silberpreis deutlich unter Druck geraten. Ein erstes bearishes Signal wäre ein Rutsch unter 63,50 US-Dollar. Noch stärker wäre ein Wochenschluss unter 55,00 US-Dollar.

In diesem Szenario läge ein möglicher Short-Einstieg bei 63,50 US-Dollar nach unten oder bei 54,50 US-Dollar nach einem bestätigten Wochenschluss unter 55,00 US-Dollar. Der Stopp würde bei 72,50 US-Dollar liegen. Die möglichen Kursziele wären 45,00 US-Dollar, 37,50 US-Dollar und im Extremfall 30,00 US-Dollar.

Das Chance-Risiko-Verhältnis könnte in diesem Fall bis zu 3,7 zu 1 betragen. Das Vertrauen in dieses Szenario ist mittel. Besonders für Trend-Follower wäre diese Variante interessant, weil ein Bruch der Unterstützung neue Abwärtsdynamik auslösen könnte.

Warum ist das so wichtig? Weil unter 60,46 US-Dollar viele Stopps liegen dürften. Wenn diese ausgelöst werden, kann der Verkaufsdruck schnell zunehmen. Dann geht es nicht mehr nur um normale Gewinnmitnahmen, sondern um eine technische Kettenreaktion.

Genau das ist die Gefahr bei Silber: Lange passiert scheinbar wenig. Dann fällt eine wichtige Marke. Und plötzlich wollen viele gleichzeitig aus dem Markt.

Das bullische Szenario: Silber braucht jetzt den Befreiungsschlag

Die Bullen sind noch nicht geschlagen. Aber sie müssen liefern.

Ein bullisches Szenario entsteht, wenn Silber den aktuellen Bereich um 64,00 US-Dollar verteidigt oder nach einem echten Trendwechsel über 73,00 US-Dollar ausbricht. Der Stopp läge dann bei 54,50 US-Dollar. Mögliche Ziele wären 83,00 US-Dollar, 93,00 US-Dollar und später sogar 105,00 US-Dollar.

Das Chance-Risiko-Verhältnis könnte bis zu 4,3 zu 1 betragen. Auf dem Papier klingt das stark. In der Praxis ist das Vertrauen in dieses Setup aktuell aber noch gering. Denn der Markt hat den Beweis noch nicht geliefert.

Für eine echte Trendwende müsste Silber zunächst den Bereich um 69 US-Dollar überwinden. Danach müsste der Kurs zeigen, dass er dieses Niveau auch halten kann. Ein kurzer Sprung darüber reicht nicht. Genau dort lauert nämlich die Gefahr einer Bull Trap.

Viele Anleger kennen dieses Muster: Der Kurs steigt über einen wichtigen Widerstand, die Käufer springen auf, die Stimmung dreht kurzzeitig ins Positive. Wenig später fällt der Markt wieder zurück. Wer zu spät eingestiegen ist, sitzt sofort auf Verlusten.

Bei Silber liegt diese kritische Zone genau rund um 69 US-Dollar. Wer hier zu früh long geht, kann schnell auf dem falschen Fuß erwischt werden.

Die Indikatoren senden keine Entwarnung

Auch die technischen Indikatoren zeigen, warum Vorsicht angebracht ist. Der MACD liegt tief im roten Bereich. Das spricht weiterhin für ein bärisches Momentum. Der RSI steht bei 46,76 und zeigt damit keine extreme Übertreibung mehr an.

Das ist wichtig. Silber ist nach dem Absturz zwar deutlich zurückgekommen, aber der Markt ist nicht so stark überverkauft, dass automatisch eine heftige Gegenbewegung folgen müsste.

Die aktuelle Marktstruktur ist neutral. Silber bewegt sich in einer engen Seitwärtsrange zwischen 60,50 und 69,00 US-Dollar. Solche Phasen wirken auf den ersten Blick ruhig. In Wahrheit sind sie für Trader oft besonders gefährlich.

Warum? Weil Fehlsignale in solchen Zonen häufig sind. Der Markt läuft kurz nach oben, dreht wieder ab. Dann fällt er kurz nach unten, erholt sich wieder. Wer ohne Plan handelt, wird in solchen Phasen schnell zermürbt.

Hinzu kommt die hohe Schwankungsbreite. Die ATR liegt bei 7,92 US-Dollar. Das entspricht rund 12,4 % Bewegung pro Woche. Für Silber ist das ein klares Signal: Stopps müssen mit Bedacht gesetzt werden. Wer zu eng absichert, wird schnell ausgestoppt. Wer zu groß handelt, geht ein unnötig hohes Risiko ein.

Makro-Lage: Warum Silber trotzdem nicht abgeschrieben werden sollte

Trotz des angeschlagenen Charts gibt es Gründe, warum Anleger Silber nicht vorschnell abschreiben sollten. Der US-Dollar hat zuletzt nachgegeben, weil die Fed eine Zinspause signalisiert hat. Für Edelmetalle ist das grundsätzlich positiv.

Silber wird in US-Dollar gehandelt. Ein schwächerer Dollar macht das Metall für internationale Käufer attraktiver. Gleichzeitig sinken bei nachlassenden Zinserwartungen die Opportunitätskosten. Silber wirft keine Zinsen ab. Wenn Anleihen weniger attraktiv werden, rücken Edelmetalle wieder stärker in den Fokus.

Dazu kommen schwache US-Konjunkturdaten und fallende Ölpreise. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit weiterer US-Zinserhöhungen auf nur noch 57 % gesunken. Auch das kann Kapital in Edelmetalle lenken.

Für die Silberpreis Prognose ist das ein wichtiger Punkt: Der Chart sieht noch nicht überzeugend aus. Das makroökonomische Umfeld ist aber nicht eindeutig negativ. Genau deshalb ist die Lage so spannend.

Es gibt zudem einen geopolitischen Faktor. Die jüngste Einigung zur Öffnung der Straße von Hormus zwischen den USA und Iran hat die Risiken für Rohstoffe reduziert. Das nimmt zwar etwas Druck aus dem klassischen Krisenhandel. Gleichzeitig bleibt Silber als Edelmetall für viele Investoren interessant, vor allem wenn Dollar und Zinsen weiter nachgeben.

Der kurzfristige Ausbruch macht Hoffnung, aber noch keine Trendwende

Kurzfristig gab es bereits ein positives Signal. Silber hat zuletzt die psychologisch wichtige Marke von 60 US-Dollar sowie den 200er-SMA im 4-Stunden-Chart überwunden.

Das ist nicht unwichtig. Solche Bewegungen ziehen Momentum-Trader an. Außerdem können sie Short-Eindeckungen auslösen. Wer auf fallende Kurse gesetzt hat, muss seine Position schließen, wenn der Markt plötzlich gegen ihn läuft. Das erzeugt zusätzliche Nachfrage.

Doch Anleger sollten diesen kurzfristigen Ausbruch nicht überschätzen. Ein Signal im 4-Stunden-Chart ist hilfreich, aber der Wochenchart hat mehr Gewicht. Und dort bleibt Silber weiterhin zwischen Unterstützung und Widerstand gefangen.

Erst wenn der Kurs die Zone um 69 US-Dollar nachhaltig zurückerobert und anschließend weiter Stärke zeigt, verbessert sich das Bild deutlich. Vorher bleibt der Markt anfällig.

Mein Fazit zur Silberpreis Prognose

Silber steht jetzt an einer entscheidenden Stelle. Der Markt ist nach dem Absturz von mehr als 47 % stark angeschlagen, aber noch nicht endgültig gebrochen. Genau das macht die Lage so explosiv.

Unter 60,46 US-Dollar droht ein neues Verkaufssignal. Dann könnten Ziele bei 45,00 US-Dollar, 37,50 US-Dollar und im Extremfall 30,00 US-Dollar in den Fokus rücken. Über 69,00 US-Dollar würde sich das Bild dagegen aufhellen. Ein Ausbruch über 73,00 US-Dollar könnte den Weg in Richtung 83,00 US-Dollar, 93,00 US-Dollar und später 105,00 US-Dollar öffnen.

Bis dahin gilt: Silber handelt im Niemandsland.

Für Anleger ist das keine Phase für blinden Aktionismus. Wer investiert ist, sollte die genannten Marken genau beobachten. Wer neu einsteigen will, sollte auf ein klares Signal warten. Denn aktuell entscheidet sich nicht irgendwo im Chart die nächste Bewegung, sondern genau hier: zwischen 60,50 und 69,00 US-Dollar.

Die wichtigste Botschaft dieser Silberpreis Prognose lautet deshalb: Silber kann jetzt wieder nach oben drehen. Aber der Markt muss es erst beweisen.

Risikohinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt weder Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der Handel mit Aktien, Rohstoffen und anderen Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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