TradingKey – Am 11. August stiegen die internationalen Rohölpreise kräftig an, bevor sie wieder nachgaben. Angetrieben von Unsicherheiten bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie Lieferrisiken in der Straße von Hormus stieg WTI-Rohöl (USOIL) im Tagesverlauf kurzzeitig über 84 US-Dollar, und Brent-Rohöl (UKOIL) erreichte ein Hoch von 90 US-Dollar; nachdem Pakistan jedoch signalisiert hatte, dass die USA und der Iran „kurz vor einer Vereinbarung“ stünden, wettete der Markt erneut auf eine Deeskalation, woraufhin die Ölpreise von ihren Tageshöchstständen deutlich nachgaben.

Tageschart des Brent-Rohölpreises, Quelle: TradingView
Früher am Tag bauten die Ölpreise ihre Gewinne aus der vorangegangenen Handelssitzung weiter aus. US-Präsident Donald Trump forderte vom Iran Entschädigung für Schäden aus vergangenen Konflikten, während der Iran auf der Aufhebung der Sanktionen, Kriegsentschädigungen und dem Ende militärischer Drohungen bestand, womit deutliche öffentliche Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Seiten bestehen blieben. Unterdessen lag der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weiterhin weit unter dem normalen Niveau, und die Sorgen des Marktes, dass die Rohölexporte aus dem Nahen Osten weiterhin eingeschränkt bleiben könnten, ließen die geopolitische Risikoprämie rasch steigen.
Infolgedessen stieg WTI-Rohöl im Tagesverlauf kurzzeitig auf 84,61 US-Dollar, während Brent-Rohöl 90,03 US-Dollar erreichte – beides die höchsten Stände seit Ende Juli. In der vorangegangenen Handelssitzung waren sowohl WTI als auch Brent um etwa 5 % gestiegen, was darauf hindeutet, dass der Markt zuvor ein Stocken der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie Risiken von Lieferunterbrechungen eingepreist hatte.
Anschließend gaben die Ölpreise jedoch wieder nach. Vertreter Pakistans erklärten, dass die beiden Seiten auf der Grundlage von Signalen aus den USA und dem Iran „kurz vor einer Vereinbarung“ stünden. Da Pakistan an der diplomatischen Vermittlung zwischen den USA und dem Iran beteiligt war, erneuerte diese Aussage die Erwartungen des Marktes auf eine Waffenruhe und die allmähliche Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus.