TradingKey – Aktie von Super Micro Computer schwankt vor den Zahlen heftig: Kann der Cashflow dem gewaltigen Lagerdruck der KI standhalten?
Am 11. August US-Ostküstenzeit legte der KI-Server-Marktführer Super Micro Computer (SMCI) im US-vorbörslichen Handel kräftig zu, wobei die Aktie um über 2 % auf 32,13 US-Dollar stieg. Gestern legte Super Micro Computer kurz nach Handelsbeginn stark zu, schwächte sich danach jedoch kontinuierlich ab und schloss schließlich mit einem Plus von 1,06 % bei 31,46 US-Dollar. Die Kursbewegungen dieser beiden Tage spiegeln eine außergewöhnlich angespannte Handelsatmosphäre zwischen Bullen und Bären vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen wider.
Heute nach Börsenschluss wird Super Micro Computer seine Ergebnisse für das vierte Quartal (Q4) und das Gesamtjahr des Geschäftsjahres 2026 vorlegen. Da die Nachfrage nach KI-Rechenleistung weiterhin extrem hoch ist, hat sich der Marktfokus vom bloßen Umsatzwachstum auf den freien Cashflow und das Umlaufvermögen verlagert. Diese entwickeln sich für die Wall Street zu den entscheidenden Kennzahlen bei der Frage, ob SMCI ein Value-Schnäppchen oder eine Value-Falle ist.
Für Bären belasten der operative Cashflow und die Finanzierungsrisiken von Super Micro Computer den Aktienkurs. Das Geschäftswachstum von SMCI eilt der Geschwindigkeit der Cash-Generierung bei Weitem voraus: Der operative Cashflow lag im vorangegangenen Quartal (Q3) bei -6,6 Milliarden US-Dollar, und der operative Cashflow der letzten zwölf Monate erreichte erstaunliche -7,56 Milliarden US-Dollar. Zudem verfügt SMCI zwar über Neuaufträge von mehr als 60 Milliarden US-Dollar, hat jedoch nur etwa 1,3 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln – bei einer Gesamtverschuldung und Wandelanleihen von bis zu 8,8 Milliarden US-Dollar. Mizuho warnte, dass SMCI sehr wahrscheinlich kurzfristig eine Eigen- oder Fremdkapitalfinanzierung benötigen wird, um Aufträge zu erfüllen, was die Bewertung direkt belaste.
Das Vertrauen der Bullen von Super Micro Computer speist sich aus gewaltigen Auftragseingängen und einer deutlichen Erholung der Bruttomargen. SMCI sicherte sich im vierten Quartal Neuaufträge von über 60 Milliarden US-Dollar, was zu einem Rekordauftragsbestand führte und signalisiert, dass die Nachfrage nach Blackwell-/GPU-Servern und Flüssigkeitskühlungslösungen weiterhin boomt. Unterdessen werden die GAAP- und Non-GAAP-Bruttomargen des Unternehmens für das vierte Quartal voraussichtlich zwischen 15 % und 17 % liegen – weit über der vorherigen Prognose von 8,2 % bis 8,4 %.
Derzeit zeigen die Optionsketten eine implizierte zweiseitige Kursbewegung nach den Zahlen von bis zu ±13 % an, was darauf hindeutet, dass sowohl ein Ausbruch nach oben als auch ein Einbruch nach unten extreme Volatilität auslösen wird. Aus Sicht der charttechnischen Analyse könnte die Aktie von Super Micro Computer bei einer über den Erwartungen liegenden Entwicklung in Richtung 36 US-Dollar steigen; sollten negative Nachrichten auftauchen, könnte die Aktie ihr Juli-Tief von 23 US-Dollar erneut testen.
SMCI-Aktienkurschart, Quelle: TradingView