Der Goldpreis (XAU/USD) wird am Donnerstag im frühen asiatischen Handel im positiven Bereich um 4.125 USD gehandelt. Das Edelmetall setzt seine Erholung fort, da anhaltende geopolitische Unsicherheiten die Nachfrage nach sicheren Häfen weiterhin stützen.
Händler greifen wieder verstärkt zum gelben Metall, nachdem sich die Angriffe zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran auf eine zweite Woche ausweiten. US-Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch an, dass die USA jedes Mal, wenn der Iran auf ein Schiff in der Straße von Hormus schießt, eine iranische Brücke oder ein Kraftwerk, einschließlich solcher in der Hauptstadt Teheran, in die Luft sprengen werden.
Unterdessen drohte der Iran, US-verbundene Infrastruktur- und Energieanlagen in der gesamten Region anzugreifen, falls Washington Trumps Drohung umsetzt. Zuvor am Mittwoch warf US-Außenminister Marco Rubio dem Iran vor, nicht „ernsthaft“ an einer Einigung mit den USA interessiert zu sein, und betonte zugleich, dass Washington sich im Nahen Osten „der Diplomatie verpflichtet“ fühle.
„Die jüngste Erholung wirkt größtenteils durch Kapitalflüsse getrieben, ausgelöst durch etwas Dip-Buying und die reine Erleichterung, dass die Untergrenze von 4.000 US-Dollar je Unze gehalten hat“, sagt Ryan McKay, Senior Commodity Strategist bei TD Securities. „Ich erwarte jedoch nicht, dass dies der Beginn eines neuen strukturellen Trends ist. Die Energiepreise beginnen gerade erst wieder anzuziehen, und diese Sorge wird den Aufwärtstrend letztlich begrenzen“, fügte McKay hinzu.
Händler mit Fed Funds Futures preisten eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 34% für eine Zinserhöhung durch die Fed in diesem Monat ein, nach 10% vor einer Woche. Laut dem CME FedWatch-Tool preisten Händler zudem eine Wahrscheinlichkeit von 78% für eine Zinserhöhung um mindestens 25 Basispunkte (bps) im September ein.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.