Gold (XAU/USD) konsolidiert am Donnerstag moderate Gewinne, obwohl das Aufwärtspotenzial begrenzt bleibt, da erneute Feindseligkeiten im Nahen Osten die Sorgen über energiegetriebene Inflation wiederbeleben und die Erwartungen verstärken, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze möglicherweise anheben muss.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei rund 4.102 USD und liegt damit am Tag um 0,66 % im Plus.
Die Vereinigten Staaten (USA) und der Iran tauschten über Nacht eine weitere Angriffsrunde aus. US-Präsident Donald Trump sagte auf Truth Social: „Dies ist eine Vergeltung für die gestrige Bombardierung von Schiffen durch den Iran. Wenn es wieder passiert, wird es viel schlimmer!“
Am Mittwoch bekräftigte der Iran seine Drohung, die Straße von Hormus zu schließen, falls es zu neuen Angriffen kommt, was Befürchtungen aufkommen lässt, dass die globalen Ölströme nach der Verbesserung infolge des vorläufigen Friedensabkommens im letzten Monat erneut gestört werden könnten.
Die jüngste Eskalation hat die Hoffnungen auf ein dauerhaftes Friedensabkommen geschwächt, das Risiko-Sentiment belastet und die Nachfrage nach sicheren Häfen für den Greenback aufrechterhalten. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 101,00 nach einem Intraday-Tief von 100,79.
Unterdessen sorgen hawkische Fed-Erwartungen für zusätzliche Unterstützung des USD. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte eine 63%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bei der Sitzung im September ein. Höhere Kreditkosten belasten Gold tendenziell, da das Metall keine Rendite bietet.
Analysten der OCBC Bank stellten fest: „Während Geopolitik normalerweise etwas Unterstützung für Gold bieten würde, wirkt die jüngste Bewegung eher über den Öl-, Inflations- und Zinskanal.“ Sie fügten hinzu: „Kurzfristig könnten sich Gold- und Silber-Rallys weiterhin schwer tun, sich zu halten, sofern sich Öl nicht stabilisiert oder die Fed-/Zinsbedenken nicht nachlassen.“
Die Protokolle der Fed-Sitzung vom 16. bis 17. Juni zeigten, dass die Beamten hinsichtlich des Zinsausblicks uneinig blieben, obwohl einige einen Fall für höhere Zinsen sahen, falls die Inflation hoch bleibt.
Im Tageschart behält XAU/USD eine kurzfristig bärische Tendenz bei, wobei der Kurs unter dem 20-Tage-Simple-Bollinger-Mittelband bei 4.135 USD liegt. Der Relative Strength Index (RSI) bei 43,12 bleibt unter der neutralen Marke von 50, was auf ein gedämpftes Aufwärtsmomentum hindeutet, während der Average Directional Index (ADX) bei rund 37 trotz der jüngsten Konsolidierung auf einen relativ starken vorherrschenden Trend schließen lässt.
Auf der Oberseite zeigt sich der erste Widerstand am Bollinger-Mittelband bei rund 4.135 USD, gefolgt von der horizontalen Barriere bei 4.200 USD und dann dem oberen Bollinger-Band nahe 4.326 USD.
Auf der Unterseite wird unmittelbare Unterstützung am psychologischen Niveau von 4.000 USD gesehen, gefolgt vom unteren Bollinger-Band bei etwa 3.944 USD, wo Käufer versuchen könnten, die aktuelle Korrekturphase zu verlangsamen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.