Der Goldpreis (XAU/USD) notiert am frühen Mittwoch im asiatischen Handel nahezu unverändert bei rund 4.015 USD. Die Händler werden die Aussichten für die US-Iran-Gespräche in Doha genau beobachten, nachdem gemischte Signale aus den USA und dem Iran die Fragilität eines Anfang des Monats erzielten vorläufigen Friedensabkommens unterstreichen.
CNBC berichtete am Dienstag, dass US-Präsident Donald Trump sagte, die Gespräche zwischen den beiden Ländern würden am Dienstag in Katar stattfinden, und behauptete, Teheran habe nach einem Austausch von US-Luftangriffen am Wochenende ein „Treffen angefragt“. Unterdessen soll ein Sprecher des iranischen Außenministeriums dementiert haben, dass in den kommenden Tagen Gespräche geplant seien.
Die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff trafen am Dienstag in Doha ein. Ein Sprecher der katarischen Regierung erklärte, sie würden den katarischen Premierminister treffen, um die laufenden US-Iran-Gespräche und regionale Entwicklungen zu besprechen. Dennoch gibt es derzeit keine hochrangigen Treffen zwischen den USA und dem Iran.
Jegliche Anzeichen positiver Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Friedensabkommen könnten dem gelben Metall Unterstützung bieten. Andererseits könnten Unsicherheit oder mangelnder Fortschritt bei den US-Iran-Gesprächen Inflationssorgen schüren, was Händler dazu veranlassen könnte, ihre Wetten auf Zinserhöhungen zu erhöhen und den zinslosen Goldpreis zu belasten. Es ist zu beachten, dass Gold oft als Absicherung gegen Inflation genutzt wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Die Händler bereiten sich auf die US-ADP-Beschäftigungsdaten am Mittwoch und den US-Nonfarm-Payrolls-(NFP)-Bericht am Donnerstag vor, um weitere Hinweise auf die geldpolitische Haltung der Fed zu erhalten. Sollten die Beschäftigungsdaten stärker als erwartet ausfallen, könnte dies die Haltung der Fed zu höheren Zinsen über einen längeren Zeitraum stützen. Dies könnte wiederum den US-Dollar (USD) stärken und den auf USD lautenden Rohstoffpreis kurzfristig belasten.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.