Gold (XAU/USD) hat Schwierigkeiten, seine Wochengewinne zu nutzen, hält sich jedoch während der asiatischen Sitzung am Mittwoch über der Marke von 4.300 USD. Der jüngste Optimismus über einen vorläufigen US-Iran-Friedensvertrag hält den US-Dollar (USD) in der Defensive, was als Unterstützung für das Edelmetall gesehen wird. Der Rohstoff bleibt jedoch unter dem am Montag erreichten Wochenhochs und einem technisch bedeutenden 200-Tage Simple Moving Average (SMA), da Händler darauf warten, wie die zweitägige FOMC-Sitzung ausgeht. Die entscheidende FOMC-Entscheidung wird die Nachfrage nach dem US-Dollar (USD) antreiben und dem zinslosen gelben Metall neuen Schwung verleihen.
Die USA und Iran haben sich auf einen Rahmen-Friedensvertrag geeinigt, der den Krieg beenden soll, der Anfang 2026 begann. Das erste Memorandum of Understanding (MoU) sieht einen 60-tägigen Waffenstillstand, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und die Grundlage für technische Verhandlungen über Irans Atomprogramm vor. Weitere Details zum Abkommen sind angesichts widersprüchlicher Angaben darüber, was es beinhaltet, spärlich. US-Präsident Donald Trump sagte, das MoU werde festlegen, dass Teheran niemals eine Atombombe besitzen werde, während die staatlichen Medien Irans berichteten, dass das Land noch nicht in detaillierte Verhandlungen über die Atomfragen eingetreten sei.
Hinzu kommen Berichte, wonach das Abkommen Pläne für einen privaten Fonds in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar enthält, um Investitionen in Iran anzustoßen, was Trump jedoch als "Fake News" bezeichnete. Dies hält die Anleger in Alarmbereitschaft und hindert die USD-Bären daran, vor dem wichtigen Ereignis der Zentralbank aggressive Wetten einzugehen. Die US-Notenbank (Fed) wird voraussichtlich später heute ihre Zinsentscheidung bekannt geben und es wird allgemein erwartet, dass die Leitzinsen unverändert bleiben. Zudem wird davon ausgegangen, dass die Zentralbank die Lockerungsneigung aufgibt, da die Inflation hartnäckiger ist als erwartet. Daher liegt der Fokus auf aktualisierten Wirtschaftsprojektionen, einschließlich des sogenannten Dot Plots.
Darüber hinaus werden die Anleger die Pressekonferenz des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh nach der Sitzung genau beobachten, um Hinweise auf den zukünftigen geldpolitischen Kurs zu erhalten. In der Zwischenzeit haben die Märkte die schlimmsten inflationsbedingten Szenarien und die hawkischen Fed-Erwartungen, die während des US-Iran-Konflikts aufgebaut wurden, zurückgenommen. Dennoch schreiben Händler der US-Notenbank noch etwa eine 60%ige Wahrscheinlichkeit zu, im Dezember die Zinsen um 25 Basispunkte (bps) anzuheben. Daher ist eine dovishe Wende in der Fed-Haltung erforderlich, bevor neue bärische Wetten auf den USD platziert und Positionen für eine Ausweitung der Erholung des Goldpreises vom Jahresanfangstief, das letzte Woche erreicht wurde, aufgebaut werden.
Aus technischer Sicht bleibt das XAU/USD-Paar nahe dem 38,2% Fibonacci-Retracement-Level des Rückgangs von April bis Juni gedeckelt und unter dem fallenden 200-Tage-SMA, was den übergeordneten Ton bärisch hält. Zudem deuten der Relative Strength Index (RSI) bei rund 44 und ein leicht positives Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Signal auf eine Stabilisierung, jedoch noch nicht auf einen überzeugenden Aufwärtsmomentum hin.
Daher könnte jede anschließende Aufwärtsbewegung auf ein unmittelbares Hindernis nahe der Marke von 4.400 USD stoßen, vor dem Widerstandsbereich bei 4.445-4.450 USD – bestehend aus dem 50% Fibo.-Level und dem 200-Tage-SMA. Ein Tagesschlusskurs über diesem Widerstand wäre erforderlich, um den bärischen Druck zu verringern und den Weg in Richtung des 61,8%-Niveaus nahe 4.560 USD sowie der Fibo.-Barrieren bei 4.707 USD und 4.893 USD weiter oben zu öffnen. Auf der anderen Seite ergibt sich die unmittelbare Unterstützung beim 23,6% Retracement um 4.227 USD, vor dem strukturellen Boden am jüngsten Swing-Tief nahe 4.022 USD, dessen Durchbruch die vorherrschende bärische Tendenz verstärken und tiefere Verluste freilegen würde.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.