Gold (XAU/USD) zieht nach einem moderaten Anstieg während der asiatischen Sitzung in der Region von 4.246-4.247 USD am Donnerstag einige Verkäufer an und stoppt damit die solide Erholungsbewegung des Vortags von seinem niedrigsten Stand seit November 2025. Die USA und der Iran senden weiterhin gemischte und widersprüchliche Signale bezüglich eines möglichen Friedensdeals. Dies belebt die Nachfrage nach dem sicheren Hafen US-Dollar (USD), der zusammen mit hawkischen Erwartungen an die US-Notenbank (Fed) einen gewissen Abwärtsdruck auf das zinslose gelbe Metall ausübt.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Donnerstag, dass eine Einigung mit dem Iran erzielt worden sei und das endgültige Dokument bald, möglicherweise sogar am Wochenende, unterzeichnet werden könnte. Der Optimismus verfliegt jedoch recht schnell, da der Iran entgegnete, dass noch keine endgültige Entscheidung über eine Vereinbarung getroffen worden sei. Zudem deuten Berichte darauf hin, dass Irans neuer Oberster Führer, Mojtaba Khamenei, dem vorgeschlagenen US-Friedensdeal nicht zugestimmt hat. Hinzu kommt, dass das iranische Außenministerium laut Fars erklärte, dass wichtige Fragen, darunter der Zugang zur Straße von Hormus und eingefrorene Gelder, weiterhin ungelöst seien.
Unterdessen blockierten iranische Streitkräfte einen Tanker, der ohne Koordination durch die strategische Wasserstraße fahren wollte, was die Unsicherheit über Irans Position unterstreicht. Zudem berichtete Fox News, dass US-Streitkräfte zwei iranische Einweg-Angriffs-Drohnen in der Nähe der Straße von Hormus abgefangen und abgeschossen haben. Die jüngsten Entwicklungen halten geopolitische Risikoaufschläge im Spiel und lösen eine moderate Erholung der Rohölpreise aus, was inflationsbedingte Sorgen schürt. Dies geschieht vor dem Hintergrund von Anzeichen für eine wieder beschleunigte Inflation in den USA, die das Argument für höhere Zinsen auf längere Sicht stützt.
Der in dieser Woche veröffentlichte US-Verbraucherpreisindex (CPI) und Erzeugerpreisindex (PPI) deuteten auf eine wieder beschleunigte Inflation hin und bestätigten die Wetten, dass die US-Zentralbank die Kreditkosten bis zum Jahresende erhöhen wird. Dies wirkt weiterhin als Rückenwind für den Greenback und belastet den Goldpreis. Händler könnten sich jedoch davor hüten, aggressive bärische Wetten auf das Paar XAU/USD zu platzieren, und stattdessen auf weitere Entwicklungen in der Nahost-Krise warten. Dennoch bleibt das Edelmetall auf Kurs, um in der zweiten Woche in Folge deutliche Verluste zu verzeichnen.
Aus technischer Sicht behält das Edelmetall eine kurzfristig bärische Tendenz unterhalb des 200-Tage Simple Moving Average (SMA) bei. Zudem deutet das Scheitern am Freitag nahe dem 23,6%-Fibonacci-Retracement-Level des Abwärtstrends vom monatlichen Hoch im April darauf hin, dass die nächtliche Erholung noch als Short-Covering-Bewegung eingestuft werden könnte.
Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) befindet sich weiterhin im negativen Bereich, wobei die Linie unter ihrer Signallinie liegt und das Histogramm noch negativ ist. Hinzu kommt, dass der Relative Strength Index (RSI) im mittleren 30er-Bereich pendelt, was beides darauf hindeutet, dass der Abwärtsdruck trotz einer moderaten Erholung von den jüngsten Tiefständen anhält.
Auf der Oberseite ergibt sich der erste Widerstand beim 23,6%-Fibo. um 4.229 USD, gefolgt vom 38,2%-Level nahe 4.355 USD. Weiter oben bilden der 200-Tage-SMA bei etwa 4.450 USD und das angrenzende 50%-Retracement bei rund 4.456 USD eine stärkere Begrenzung, bevor das 61,8%-Level bei 4.558 USD und das 78,6%-Retracement bei 4.703 USD den Weg zum Zyklus-Hoch bei 4.887 USD öffnen. Auf der Unterseite ist die jüngste Schwungtiefmarke um 4.026 USD die wichtigste Unterstützung, deren Bruch Raum für eine tiefere Korrekturbewegung signalisieren würde.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.