EUR/GBP setzt seine Gewinnsträhne am fünften Tag in Folge fort und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Freitag um 0,8650. Das Währungspaar bleibt verhalten, da der Euro (EUR) vor den bevorstehenden deutschen Wirtschaftsdaten, darunter die GfK-Umfrage zum Verbrauchervertrauen im Juni, die BIP-Zahlen für das erste Quartal und die IFO-Geschäftsklimaumfrage, die später am Tag veröffentlicht werden, Schwierigkeiten hat.
Der Euro sah sich erheblichen Herausforderungen gegenüber, als Händler auf eine überraschende Kontraktion der Eurozonen-Wirtschaft reagierten. Laut den am Donnerstag veröffentlichten vorläufigen Einkaufsmanagerindex-Daten (PMI) von S&P Global schrumpfte die Wirtschaft der Eurozone im Mai so schnell wie seit Ende 2023 nicht mehr. Dieser Abschwung wurde hauptsächlich durch einen kriegsbedingten Anstieg der Lebenshaltungskosten verursacht, der die Dienstleistungsnachfrage dämpfte und die Input-Preis-Inflation auf ein Dreijahreshoch trieb.
Die Abwärtsbewegung des EUR/GBP-Paares wird gebremst, da das britische Pfund (GBP) nach der Veröffentlichung des GfK-Verbrauchervertrauensindex leicht nachgibt, der im Mai 2026 von -25 im Vormonat auf -23 stieg, nachdem der vorherige Wert den niedrigsten Stand seit Oktober 2023 markiert hatte, was auf anhaltende Sorgen über den Iran-Krieg zurückzuführen war. Das Ergebnis widersprach den Markterwartungen von -28 und deutet darauf hin, dass die Haushalte etwas weniger pessimistisch in die Zukunft blicken. Neil Bellamy, Direktor für Verbraucheranalysen bei GfK, warnte jedoch, dass der Anstieg wahrscheinlich keine nachhaltige Erholung der Gesamtstimmung markiere.
Im Gegensatz zum leichten Anstieg des Verbrauchervertrauens schwächte sich die tatsächliche Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich deutlich ab. Der Composite PMI von S&P Global für Mai fiel am Donnerstag auf 48,5 von 52,6 und lag damit deutlich unter der Markterwartung von 51,7. Dieser starke Rückgang ist ein klares Zeichen dafür, dass die wirtschaftliche Aktivität unter dem Gewicht des Nahostkonflikts weiter schrumpfen könnte.
Chris Williamson, Chefvolkswirt bei S&P Global Market Intelligence, stellte fest, dass die britische Wirtschaft einem perfekten Sturm ausgesetzt ist, da die zunehmende politische Unsicherheit die wachsenden Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten verstärkt.
Trotz dieser Anzeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung positionierte sich ein Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Bank of England (BoE) eindeutig auf der Seite der Straffung, was einen unangenehmen politischen Gegensatz zu den Umfragedaten darstellt, die auf eine stockende Wirtschaft hinweisen. BoE-Gouverneur Andrew Bailey sprach ebenfalls während der Sitzung, konnte den Markt jedoch kaum bewegen.
Der deutsche Geschäftsklimaindex, veröffentlicht durch CESifo Group ist genaugenommen ein Frühindikator für die aktuellen Bedingungen und die Geschäftserwartungen in Deutschland. Das Institut befragt mehr als 7.000 Unternehmen über ihre Einschätzung der Geschäftslage und ihre kurzfristigen Planung. Ein positives Wirtschaftswachstum ist bullish für den EUR, während ein niedriger Wert als negativ (oder bearish) zu sehen ist.
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Fr Mai 22, 2026 08:00
Häufigkeit: Monatlich
Prognose: 84.2
Vorher: 84.4
Quelle: IFO Institute