EUR/CAD wertet am zweiten Tag in Folge ab und wird am Dienstag während der europäischen Handelszeiten bei rund 1,5960 gehandelt. Das Währungspaar hält die Verluste, da der Euro (EUR) aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts festgefahrener US-Iran-Friedensgespräche unter Druck steht.
Die Marktteilnehmer erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Geldpolitik bei der Sitzung am Donnerstag unverändert lässt und ihren Leitzinssatz für Einlagen bei 2,0% belässt, wo er seit Juni letzten Jahres verharrt.
Die EZB-Politiker werden voraussichtlich eine abwartende Haltung einnehmen angesichts der erhöhten wirtschaftlichen Unsicherheit, die durch den Konflikt im Nahen Osten verursacht wird. EZB-Vertreter Martins Kazaks sagte letzte Woche, dass „wir noch den Luxus haben, Daten zu sammeln und unsere Einschätzung zu bilden.“
Die Abwärtsbewegung des EUR/CAD könnte begrenzt sein, da der Kanadische Dollar (CAD) ebenfalls Herausforderungen aufgrund der gestiegenen Risikoaversion gegenübersteht. Allerdings könnte der rohstoffgebundene CAD auf höhere Ölpreise reagieren und Boden gutmachen, da Kanada der größte Rohölexporteur in die Vereinigten Staaten (US) ist.
Die Preise für West Texas Intermediate (WTI)-Öl stiegen am Dienstag um über 2% und lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei rund 96,90 USD pro Barrel. Die Rohölpreise steigen, da die wichtige Straße von Hormus weitgehend geschlossen bleibt, was die Energieversorgung aus dem Nahen Osten verknappt.
US-Präsident Donald Trump scheint wenig geneigt, das Angebot Irans zur Beendigung der Schließung der Straße von Hormus anzunehmen. Zudem schien US-Außenminister Marco Rubio jegliche Vereinbarung auszuschließen, die das iranische Atomprogramm nicht einschließt.
Es wird allgemein erwartet, dass die Bank of Canada (BoC) die Zinsen am Mittwoch unverändert bei 2,25% belässt. Die Märkte sind jedoch uneins darüber, ob sie eine mögliche Zinserhöhung oder eine verlängerte Pause für den Rest des Jahres signalisieren wird.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.