West Texas Intermediate (WTI) Rohöl wird am Mittwoch deutlich niedriger gehandelt und fällt um mehr als 10 %, nachdem ein vorläufiges Waffenstillstandsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran die in den Preisen enthaltene geopolitische Risikoprämie reduziert hat. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird WTI nahe 89,50 USD pro Barrel gehandelt, nachdem es ein Intraday-Tief nahe 86 USD erreicht hatte, was den niedrigsten Stand seit dem 25. März markiert.
US-Präsident Donald Trump erklärte auf Truth Social, dass Washington Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen werde, vorausgesetzt, Teheran gewährleiste die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Iran signalisierte, dass der sichere Durchgang durch die wichtige Schifffahrtsroute in diesem Zeitraum aufrechterhalten werden könne, was die Erwartungen weckt, dass sich die globalen Energieflüsse normalisieren könnten.
Weitere Abwärtsbewegungen scheinen jedoch begrenzt, da sich die Preise nach dem starken Pullback stabilisieren. Berichte über anhaltende Luftangriffe zwischen Israel und Libanon sowie Warnungen iranischer Beamter, dass Teheran sich vom Waffenstillstand zurückziehen könnte, wenn die Angriffe anhalten, unterstreichen die fragile Natur der Vereinbarung.
Darüber hinaus wurde laut der Financial Times die wichtige Ost-West-Ölpipeline Saudi-Arabiens, die Rohöl vom Golf zum Roten Meer für den Export transportiert, angegriffen.
Vor diesem Hintergrund werden Händler voraussichtlich empfindlich auf Schlagzeilen zur Haltbarkeit des Waffenstillstands, zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und zum Ausgang der für diese Woche geplanten US-Iran-Verhandlungen reagieren.
Auf der Datenfront zeigte der jüngste Bericht der US Energy Information Administration (EIA), dass die Rohölbestände um 3,081 Millionen Barrel gestiegen sind, verglichen mit einem Anstieg von 5,451 Millionen Barrel in der Vorwoche und über den Markterwartungen von 0,7 Millionen Barrel Zuwachs.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.