Der Goldpreis (XAU/USD) ist während der europäischen Handelssitzung am Donnerstag um 2 % auf etwa 4.410 USD gefallen. Das Edelmetall geriet nach einer starken Erholung in den letzten drei Handelstagen unter Druck, da die Befürchtungen eines anhaltenden Krieges im Nahen Osten wieder aufkamen, nachdem Iran den einmonatigen Waffenstillstandsvorschlag und den 15-Punkte-Friedensplan des US-Präsidenten Donald Trump abgelehnt hatte.
Theoretisch erhöhen sich bei verstärkten geopolitischen Spannungen die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold.
Das Edelmetall sieht sich jedoch Gegenwind ausgesetzt, da Befürchtungen bestehen, dass anhaltende Konflikte im Nahen Osten die Ölpreise hoch halten, was bereits die Inflationserwartungen angeheizt hat. Dieses Szenario schränkt die globalen Zentralbanken darin ein, die Geldpolitik zu lockern, und verbessert die Nachfrage nach renditelosen Anlagen wie Gold.
Irans Außenminister Abbas Araghchi sagte am Mittwoch, dass das Land einen US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges im Golf prüfe, aber keine Absicht habe, Gespräche zur Beendigung des sich ausweitenden Nahostkonflikts zu führen, berichtete Reuters.
Ein hochrangiger iranischer Beamter sagte zudem gegenüber Al Jazeera, dass der Vorschlag „extrem maximalistisch und unvernünftig“ sei.
Im 15-Punkte-Vorschlag forderten die USA, dass Iran den Bau von Atomwaffen einschränkt und keine Urananreicherung auf iranischem Gebiet betreibt.
Unterdessen hat Iran auch Bedingungen für die Beendigung des Krieges vorgelegt, die die Schließung aller US-Stützpunkte im Golf, Entschädigungen für Angriffe auf die Infrastruktur Teherans, die Aufhebung aller Sanktionen und die uneingeschränkte Beibehaltung des Raketenprogramms umfassen.
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XAU/USD notiert zum Zeitpunkt der Niederschrift bei knapp 4.410 USD und tendiert tiefer. Die kurzfristige Tendenz ist leicht bärisch, da der Kurs von den jüngsten Höchstständen abgleitet, dabei aber leicht über dem steigenden 200-Tage-Exponential Moving Average (EMA) bei rund 4.223 USD bleibt, der weiterhin einen breiteren Aufwärtstrend verankert.
Der 14-tägige Relative Strength Index (RSI) oszilliert im Bereich von 20,00 bis 40,00 und signalisiert anhaltenden Verkaufsdruck.
Die erste Unterstützung liegt im Bereich von 4.400 USD, wobei ein Tagesschluss darunter eine tiefere Schwäche in Richtung des 200-Tage-EMA bei 4.223 USD und anschließend des Tiefs vom 23. März um 4.100 USD offenlegen würde.
Auf der Oberseite markiert das Hoch vom 25. März bei 4.602,48 USD den ersten bedeutenden Widerstand, gefolgt vom Tief vom 17. Februar bei 4.842,06 USD, das zuvor als Unterstützung diente. Ein entscheidender Ausbruch über Letzteres würde den unmittelbaren bärischen Ton abschwächen und den Weg in Richtung der 5.000-USD-Region wieder öffnen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.