Der Goldpreis (XAU/USD) wird am Donnerstag in der frühen asiatischen Sitzung mit leichten Gewinnen nahe 5.165 USD gehandelt. Die Rallye des Edelmetalls wird durch die eskalierenden geopolitischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran sowie die anhaltende Unsicherheit bezüglich der US-Zollpolitik gestützt. Alle Augen werden auf den US-Erzeugerpreisindex (EPI) für Januar gerichtet sein, der am Freitag veröffentlicht wird.
US-Präsident Donald Trump drohte letzte Woche, Iran anzugreifen, falls die Verhandlungen scheitern. In der Zwischenzeit sind zehntausende US-Soldaten gefährdet, nachdem Iran erklärt hat, dass alle US-Militärbasen im Nahen Osten als legitime Ziele betrachtet werden. Befürchtungen, dass ein Angriff in einen neuen regionalen Krieg ausarten könnte, könnten ein traditionelles sicherer Hafen-Asset wie Gold ankurbeln.
Händler werden die Entwicklungen rund um die US-Iran-Gespräche genau beobachten. Die beiden Länder werden am Donnerstag in Genf zu einer weiteren Gesprächsrunde erwartet.
Der US-Handelsbeauftragte, Jamieson Greer, sagte am Mittwoch, dass der US-Zollsatz für einige Länder auf 15 % oder mehr steigen wird, von den neu eingeführten 10 %, ohne spezifische Handelspartner oder weitere Details zu nennen.
Trump erlitt letzte Woche eine Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof der USA, der seine umfassenden "Befreiungstag"-Zölle, die im letzten Jahr verhängt wurden, für nichtig erklärte. In Reaktion darauf kündigte Donald Trump an, einen globalen Zoll von 10 % einzuführen und den Satz auf 15 % zu erhöhen. Die Unsicherheit über die US-Zölle könnte zum Anstieg des gelben Metalls beitragen.
Die Aufmerksamkeit wird am Freitag auf die US-EPI-Daten für Januar gerichtet sein, da sie weitere Hinweise auf den Zinspfad der US-Notenbank geben könnten. Der Haupt-EPI wird voraussichtlich einen Anstieg von 2,6 % im Jahresvergleich im Januar zeigen, während der Kern-EPI während desselben Zeitraums einen Anstieg von 3,0 % prognostiziert. Jegliche Anzeichen von steigender Inflation in den USA könnten den US-Dollar (USD stärken und den Preis für in USD notierte Rohstoffe kurzfristig belasten.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.