Der Goldpreis taucht am Montag in einer Handelsession mit geringer Liquidität um fast 1% ab, da die US-Märkte wegen des Presidents' Day geschlossen sind, während Chinas Neujahrsfeier die Märkte über eine Woche lang geschlossen halten wird. Zum Zeitpunkt des Schreibens handelt XAU/USD bei 4.992 USD, nachdem es ein Tageshoch von 5.054 USD erreicht hat.
Die Marktstimmung bleibt positiv, angeheizt durch wachsende Spekulationen, dass die Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr mindestens zweimal die Zinssätze senken wird. Faktoren wie der solide Nonfarm-Payrolls-Bericht der letzten Woche in den USA und die milden Inflationsdaten haben die Anleger dazu veranlasst, 60 Basispunkte Lockerung bis zum Jahresende einzupreisen.
Das Comeback des Greenbacks drückt die Bullionpreise nach unten. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Dollars gegenüber einem Korb von sechs Währungen misst, liegt um 0,22% über der 97,00-Marke.
Am Freitag fielen die US-Staatsanleihenrenditen stark, da die Anleger zuversichtlich auf niedrigere Zinsen in den USA setzten. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe fiel um fünf Basispunkte auf 4,05%, nachdem sie ein Hoch von 4,125% erreicht hatte.
In der Zwischenzeit war der Präsident der Chicago Fed, Austan Goolsbee, optimistisch und sagte, dass er immer noch ziemlich hohe Dienstleistungsinflation sieht, und fügte hinzu, dass er hofft, dass wir die Spitzenwirkung der Zölle gesehen haben.
Goolsbee kommentierte, dass die Zinsen noch sinken können, aber er Fortschritte bei der Inflation sehen muss.
Geldmärkte erwarteten, dass die Federal Reserve die Zinsen bei der Sitzung am 18. März stabil hält, laut Daten von Prime Market Terminal.

Abgesehen davon werden Russland und die Ukraine am 17. Februar in Genf Gespräche führen. Der Kreml sagte, dass das Territorium eines der Hauptthemen sein wird, die besprochen werden.
Die Financial Times berichtete, dass der Iran Marineübungen gestartet hat, da die Spannungen mit den USA steigen. Die Übungen der Revolutionsgarden des Iran in der Straße von Hormuz finden einen Tag vor den Gesprächen zwischen Teheran und Washington statt.
Der US-Wirtschaftskalender wird diese Woche vollgepackt sein mit Aufträgen für langlebige Güter, Wohnungsdaten, Äußerungen von Beamten der Federal Reserve und der Veröffentlichung der Protokolle des Federal Open Market Committee (FOMC).
Später wird die Aufmerksamkeit auf die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die zweite Schätzung des BIP für das vierte Quartal 2025 und den von der Fed bevorzugten Inflationsmaßstab, den Kernpreisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE), gelenkt.
Das technische Bild zeigt, dass die Goldkäufer an Schwung verlieren, nachdem sie drei aufeinanderfolgende Sitzungen mit niedrigeren Hochs als dem Gipfel vom 11. Februar bei 5.119 USD erlebt haben, ein Signal, dass die Verkäufer das Niveau von 5.100 USD verteidigen und die Preise nach unten treiben.
Der Relative Strength Index (RSI) zeigt ebenfalls, dass die Bullen aufgeben, und wenn XAU/USD die Sitzung am Montag unter 5.000 USD beendet, könnte dies den Weg für niedrigere Preise ebnen.
Die erste wichtige Unterstützung wäre der 20-Tage-EMA vor 4.900 USD. Sobald diese Marke durchbrochen wird, wäre die nächste Unterstützung bei 4.800 USD, gefolgt vom 50-Tage-EMA bei 4.634 USD als nächste Nachfragezone.
Umgekehrt, wenn Gold über 5.000 USD schließt, wäre der erste Widerstand bei 5.050 USD, gefolgt vom Hoch vom 11. Februar bei 5.119 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.