Gold (XAU/USD) startet die Woche mit starkem Aufwärtsmomentum und steigt auf neue Rekordhöhen nahe der psychologischen Marke von 4.600 USD, da erneute Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed) eine breite Risikoaversion anheizen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt XAU/USD bei etwa 4.583 USD, was einem Anstieg von fast 1,70 % an diesem Tag entspricht.
Die Marktstimmung wurde durch eine beispiellose Entwicklung in den Vereinigten Staaten (US) erschüttert, wo Staatsanwälte eine strafrechtliche Untersuchung gegen Fed-Chef Jerome Powell eingeleitet haben.
Der steigende politische Druck auf die Fed untergräbt das Vertrauen in die US-Geldpolitik und belastet den US-Dollar (USD), während er Gold inmitten wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit unterstützt.
Gleichzeitig treiben anhaltende geopolitische Spannungen weiterhin die Zuflüsse in sichere Anlagen in Gold. Anleger beobachten genau die landesweiten Proteste im Iran, die erneute Rhetorik zwischen den USA und Grönland sowie die laufenden Entwicklungen in Venezuela.
In der kommenden Woche richtet sich der Fokus auf die US-Wirtschaftsdaten, wobei der Verbraucherpreisindex (CPI) am Dienstag veröffentlicht wird, gefolgt von den Einzelhandelsumsätzen und dem Produzentenpreisindex (PPI) am Mittwoch, sowie einer Vielzahl von Fed-Sprechern im Laufe der Woche.
Aus technischer Sicht bleibt XAU/USD in einem klar definierten Aufwärtstrend und erweitert die Gewinne in unbekanntes Terrain nach der historischen Rallye des letzten Jahres.
Der Tages-Chart zeigt eine klare Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs, seit die Preise im Oktober im Bereich von 4.000 USD ihren Tiefpunkt erreichten, nach einem kurzen korrigierenden Pullback vom vorherigen Rekordhoch.
Die Trendbedingungen bleiben konstruktiv, da die gleitenden Durchschnitte weiterhin nach oben zeigen. Der 21-Tage Simple Moving Average (SMA) bietet dynamische Unterstützung nahe 4.403 USD.
Das gesagt, steigen die Risiken eines kurzfristigen Pullbacks, da der Relative Strength Index (RSI) nahe dem überkauften Bereich schwebt und frühe Anzeichen einer bärischen Divergenz zeigt.
Auf der Abwärtsseite wird die erste Unterstützung um die psychologische Marke von 4.500 USD gesehen. Auf der Oberseite zielen die Bullen auf einen nachhaltigen Durchbruch über 4.600 USD, was die Tür zur Region von 4.700 USD öffnen könnte. Der Average Directional Index (ADX) nahe 30 signalisiert, dass der breitere Trend stark bleibt.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.