EUR/JPY kämpft darum, sich von seinem Mehrmonatstief über die Mitte der 157,00er zu erholen

Quelle Fxstreet
  • EUR/JPY erholt sich um über 80 Pips von einem mehrmonatigen Tief, das früher an diesem Freitag erreicht wurde.
  • Die Warnung des IWF vor Auswirkungen der steigenden Volatilität auf den ausländischen Märkten belastet den JPY.
  • Der divergierende geldpolitische Ausblick von BoJ und EZB begrenzt weitere Gewinne des Währungspaares.

Das Währungspaar EUR/JPY verzeichnet eine gute intraday Erholung aus dem Bereich von 156,75, dem niedrigsten Stand seit Anfang Dezember, der früher an diesem Freitag erreicht wurde, und scheint vorerst eine zweitägige Verlustserie beendet zu haben. Das Momentum hebt die Kassakurse während der asiatischen Sitzung wieder über die Mitte der 157,00er-Marke und wird durch das Auftreten von Verkäufen rund um den japanischen Yen (JPY) unterstützt.

Ein hochrangiger Beamter des Internationalen Währungsfonds sagte am Freitag, dass die Dienstleistungsinflation in Japan weiterhin unter dem Ziel von 2% liegt, weshalb es für die Bank of Japan (BoJ) angemessen bleibt, eine akkommodierende Geldpolitik beizubehalten. Dies wiederum belastet den JPY und hilft dem Währungspaar EUR/JPY, sich um etwa 85 Pips vom Tagestief zu erholen. Die wachsende Akzeptanz, dass die BoJ ihre Haltung beibehalten wird, um die Kreditkosten stetig zu erhöhen, hilft jedoch, eine weitere Abwertung des JPY zu begrenzen.

Tatsächlich sagte Kazuhiro Masaki, Generaldirektor der Abteilung für Geldpolitik der BoJ, am Donnerstag, dass die Zentralbank die Zinssätze weiter anheben werde, wenn die zugrunde liegende Inflation wie prognostiziert auf das Ziel von 2% beschleunigt. Dies steht in starkem Kontrast zur dovishen Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB). Hinzu kommen Bedenken, dass US-Präsident Donald Trump Zölle auf Waren aus der Europäischen Union erheben würde, was den Euro belastet und das Währungspaar EUR/JPY begrenzt. 

Daher ist es ratsam, auf starke Anschlusskäufe zu warten, bevor bestätigt wird, dass die Kassakurse ein kurzfristiges Tief gebildet haben und sich für eine weitere Aufwärtsbewegung zu positionieren. Auch aus technischer Sicht haben die jüngsten wiederholten Fehlschläge in der Nähe des sehr wichtigen 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) und ein anschließender Rückgang unter die psychologische Marke von 160,00 einen bärischen Mehrfach-Top-Durchbruch bestätigt, was darauf hindeutet, dass der Erholungsversuch wahrscheinlich verkauft wird.

Euro FAQs

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

 

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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