TradingKey - Am Dienstag setzte der Yen seine kräftige Rally fort. USD/JPY (USDJPY) fiel zeitweise auf 152,89 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Februar. Bei Redaktionsschluss lag das Währungspaar mit rund 0,69 % im Minus bei 153,27. Seit dem Rücksetzer von einem Hoch nahe 160 Anfang vergangener Woche nähert sich der kumulative Rückgang 4 %, was darauf hindeutet, dass Anleger Yen-Short- und Carry-Trade-Positionen abbauen.

Quelle: TradingView
Haupttreiber dieser Aufwertungswelle des Yen sind die rasch steigenden Marktwetten auf eine Zinserhöhung der Bank of Japan im September.
Derzeit preisen Händler eine Zinserhöhung der Bank of Japan um 25 Basispunkte auf ihrer Sitzung am 17. und 18. September nahezu vollständig ein, wodurch der Leitzins auf 1,25 % steigen würde. Jüngste falkenhafte Äußerungen von Vertretern der Bank of Japan sowie öffentliche Prognosen einer Zinserhöhung im September von Takuji Aida, einem Wirtschaftsberater der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi, haben diese Erwartung weiter verstärkt.
Auch die jüngsten Wirtschaftsdaten stützen eine Zinserhöhung weiter. Das aufs Jahr hochgerechnete BIP-Wachstum Japans für das zweite Quartal wurde von einer ersten Schätzung von 1,1 % auf 1,4 % nach oben korrigiert, wobei sich die Investitionen der Unternehmen besser entwickelten als zuvor geschätzt; die Reallöhne stiegen im Juli im Jahresvergleich um 2,4 %, was den stärksten Anstieg seit Mai 2021 darstellt.
Sich verschiebende Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik in den USA und Japan treiben die Aufwertung des Yen ebenfalls an. Während Anleger davon ausgehen, dass die Bank of Japan ihre Geldpolitik weiter strafft, bleibt der Markt-Konsens zum künftigen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve gespalten. Da in Kürze US-Inflationsdaten anstehen, reduzieren einige Marktteilnehmer ihre US-Dollar-Long-Positionen. Unterdessen könnten japanische Anleger Teile ihres Auslandskapitals in die Heimat zurückholen, was die Auflösung von Carry Trades, die zuvor von der Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan profitierten, weiter beschleunigt.
Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, dass Japan weiterhin den Austausch mit dem US-Finanzministerium suchen werde, um das ordnungsgemäße Funktionieren des Devisenmarktes zu gewährleisten. Zuvor hatten die USA und Japan gemeinsam am Devisenmarkt interveniert, um einer übermäßigen Abwertung des Yen entgegenzuwirken; selbst angesichts der nun raschen Yen-Aufwertung bleibt der Markt wachsam im Hinblick auf behördliche Maßnahmen gegen ungewöhnliche Volatilität.