EUR/USD steigt, nachdem das Paar am Vortag leichte Verluste verzeichnet hatte, und handelt am Mittwoch während der europäischen Handelsstunden um 1,1600. Das Paar hält sich, da der Euro (EUR) nach der Veröffentlichung der Daten zum Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone für Juli stärker bleibt. Die jährliche Inflation in der Eurozone stieg im Juli von 2,8% im Juni auf 2,9%, entsprach damit den vorläufigen Schätzungen und blieb über dem 2,0%-Ziel der Europäischen Zentralbank. Auch die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie legte von 2,4% auf 2,5% zu.
Analysten bei ING argumentieren, dass der jüngste Anstieg der Energiekosten die dovishe Tendenz der Europäischen Zentralbank verstärkt, und weisen darauf hin, dass "hohe Energiepreise auch den dovishen Unterton bei der Europäischen Zentralbank aufrechterhalten." Sie verweisen auf Äußerungen von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane, der warnte, dass die Inflation in der Eurozone "das ganze Jahr über bei 3,0% bleiben und möglicherweise auch im nächsten Jahr hoch bleiben könnte," wobei das Wetterphänomen El Niño voraussichtlich "die Lebensmittelinflation weltweit antreiben" und dem Inflationsausblick eine weitere Aufwärtsrisikokomponente hinzufügen werde.
Darüber hinaus steigt das Währungspaar EUR/USD, da der US-Dollar (USD) angesichts nachlassender Erwartungen an eine US-Zinserhöhung im nächsten Monat an Boden verliert. Jüngste Wirtschaftsdaten zeigten, dass die US-Einzelhandelsumsätze im Juli erstmals seit neun Monaten zurückgingen, was die Sorgen nach unerwarteten Arbeitsplatzverlusten im vergangenen Monat und moderaten CPI-Inflationsdaten verstärkte.
Laut dem CME FedWatch Tool preisen Händler nun nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 32,8% für eine Zinserhöhung auf der September-Sitzung der Fed ein, deutlich weniger als 51,2% vor einem Monat. Händler richten ihren Fokus nun auf die bevorstehende Veröffentlichung des Protokolls der Juli-Sitzung der Federal Reserve, um weitere Marktrichtung zu erhalten.
Strategen bei BNY Mellon warnen, dass sich die laufende Anpassung des Dollars schneller vollziehen könnte als viele erwarten, und merken an, dass "dieser Zeitrahmen sich als konservativ erweisen könnte." Sie weisen darauf hin, dass "der Dollar in nominaler Hinsicht bereits schwächer wird und damit ein gewisses Durchschlagsinflationsrisiko mit sich bringt, auch wenn die USA diesem Kanal weniger ausgesetzt sind als stärker exportabhängige Volkswirtschaften." Dieser potenzielle externe Impuls, so BNY weiter, "kommt zusätzlich zu den einzigartig starken inländischen Inflationsdruckkräften durch Investitionsausgaben und Nachfrage," was ihre Ansicht untermauert, dass die aktuelle Dollar-Bewegung vor dem Hintergrund bereits erhöhter zugrunde liegender Preisdynamik stattfindet.