Das Währungspaar AUD/USD notiert im frühen asiatischen Handel am Montag mit leichten Gewinnen nahe 0,7090. Der US-Dollar (USD) schwächt sich gegenüber dem Australischen Dollar (AUD) ab, da die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) angesichts schwächerer US-Konjunkturdaten nachlässt. Händler bereiten sich auf die Berichte zu den Einzelhandelsumsätzen und zur Industrieproduktion Chinas vor, die im Laufe des Montags veröffentlicht werden sollen.
Am Freitag veröffentlichte Daten des US Census Bureau zeigten, dass die US-Einzelhandelsumsätze im Juli um 0,6% MoM zurückgingen, nach einem Anstieg von 0,2% im Juni. Dieser Wert lag unter den Markterwartungen von 0,1% Wachstum. Auf Jahresbasis lagen die Einzelhandelsumsätze im Juli bei 5,0% gegenüber 6,8% (revidiert von 6,7%).
Dieser Bericht hat die Markterwartungen für eine Zinserhöhung der Fed im September gedämpft. Die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im September sank laut dem CME FedWatch Tool in dieser Woche von rund 50% auf 33,1%.
Der stellvertretende Gouverneur der Reserve Bank of Australia (RBA), Christopher Kent, sagte in der vergangenen Woche, es werde "some time for tighter monetary policy to have its full effect on economic activity and inflation," aber die ersten Anzeichen deuteten darauf hin, dass die Politik wie beabsichtigt wirke.
Reuters berichtete am Sonntag, dass Israel in den vergangenen Tagen seine Luftangriffe gegen den Libanon wieder aufgenommen habe, nachdem es seine Angriffe in der Enklave Anfang dieses Monats zurückgefahren hatte. Händler werden die Entwicklungen rund um die Konflikte im Nahen Osten genau beobachten. Jegliche Anzeichen einer Eskalation der Spannungen im Nahen Osten könnten eine sichere Währung wie den Greenback stützen und kurzfristig Gegenwind für das Paar erzeugen.
Analysten bei Societe Generale heben hervor, dass die jüngste Kommunikation der Reserve Bank of Australia einen deutlich festen Ton beibehalten habe und darauf hinweise, dass "the statement was hawkish and Governor Bullock declared the bank would not hesitate to act if needed." Ihrer Ansicht nach unterstreicht dies die Botschaft, dass die Entscheidungsträger die Inflationsrisiken weiterhin im Blick haben und bereit sind, die Geldpolitik weiter zu straffen, sollte der Preisdruck nicht wie erwartet nachlassen.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.