AUD/USD gibt nach, nachdem das Paar am Vortag moderate Gewinne verzeichnet hatte, und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Montag um 0,7060. Das Paar hält seine Verluste, da der US-Dollar (USD) von der breiten Risikoaversion Unterstützung erhält.
Die geopolitischen Spannungen bleiben hoch, da der anhaltende Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran in eine kritische diplomatische Phase eintritt, wobei intensive militärische Auseinandersetzungen und strategischer Druck rund um die Straße von Hormus die Vorsicht an den Märkten verstärken. Obwohl iranische Beamte am Sonntag darauf hinwiesen, dass die von Oman vermittelten Verhandlungen über das Management der Meerenge Fortschritte machen, bleibt die Nachfrage nach dem Greenback als sicherem Hafen weiterhin fest intakt.
Schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten haben die Erwartungen an eine kurzfristige Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) gedämpft. Die Nonfarm Payrolls (NFP) sind im Juli überraschend um 23.000 gefallen, während deutliche Abwärtsrevisionen der beiden Vormonate auf eine Verschlechterung der Arbeitsmarktbedingungen hinwiesen. Anleger richten ihren Fokus nun auf die anstehenden Inflationsberichte, um weitere Hinweise zur Geldpolitik zu erhalten.
Händler blicken auf die geldpolitische Entscheidung der Reserve Bank of Australia (RBA) am Dienstag. Es wird allgemein erwartet, dass die Zentralbank ihren Leitzins bei der zweiten Sitzung in Folge unverändert bei 4,35% belässt. Händler werden die aktualisierten Prognosen der RBA und die Äußerungen von Gouverneurin Michele Bullock genau beobachten, um Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs zu erhalten.
Strategen der Rabobank weisen darauf hin, dass ihrer Ansicht nach weiterhin das "Risiko einer weiteren Zinserhöhung in diesem Jahr im November" besteht, wobei die Märkte wahrscheinlich auf die geldpolitische Sitzung der RBA am 11. August blicken werden, um "mehr Klarheit über die Risiken einer Zinserhöhung" zu erhalten. Vor diesem Hintergrund sagt die Bank, dass sie weiterhin einen "moderaten Aufwärtsbias für AUD/USD über 12 Monate" prognostiziert, eine Einschätzung, die sie "vor allem auf einen etwas weicheren Ton beim USD und die Ansicht stützt, dass die Erwartungen an Zinserhöhungen der Fed überzogen sind."
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.