Das Paar NZD/USD schwächt sich während der frühen europäischen Handelsstunden am Mittwoch auf nahe 0,5870 ab. Der neuseeländische Dollar zieht gegenüber dem US-Dollar (USD) einige Verkäufer an, nachdem die Arbeitslosenquote in Neuseeland auf den höchsten Stand seit 11 Jahren gestiegen ist. Händler warten auf die Berichte zu den ADP-Beschäftigungszahlen und dem ISM-EMI für den Dienstleistungssektor in den USA, die später am Mittwoch veröffentlicht werden. Alle Augen richten sich am Freitag auf die US-Daten für Juli.
Die Arbeitslosenquote in Neuseeland sprang im zweiten Quartal (Q2) 2026 auf 5,6 % und damit von 5,3 % im ersten Quartal (Q1) nach oben, wie Statistics New Zealand am Mittwoch mitteilte. Dieser Wert fiel schlechter aus als die Markterwartungen von 5,4 %. Unterdessen lag die Veränderung der Beschäftigung in Neuseeland im Juni-Quartal bei 0,5 % gegenüber zuvor 0,2 %. Die Erwerbsquote in Neuseeland stieg im Q2 auf 70,7 %, verglichen mit 70,4 % im Q1.
Der Anstieg der Arbeitslosenquote in Neuseeland hat die Argumente für aggressive Zinserhöhungen der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) geschwächt und belastet damit den Kiwi.
Hoffnungen auf einen Durchbruch zwischen den USA und dem Iran sowie die Aussicht auf ein Zwischenabkommen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus könnten dazu beitragen, die Verluste des NZD zu begrenzen. US-Präsident Donald Trump sagte am Mittwoch, dass er sehr produktive Gespräche mit dem Iran geführt habe. Axios berichtete, dass die USA, der Iran und Oman kurz vor einem Zwischenabkommen zur Wiedereröffnung der wichtigen Wasserstraße stehen, wobei Washington eine Ankündigung am Mittwoch anstrebt.
Laut ING könnten interne Dynamiken bei der RBNZ für einen moderateren Straffungspfad sprechen als von den Märkten nach der Sitzung im Mai eingepreist wurde. Die Strategen dort "vermuten, dass zwei der sechs Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses nicht vollständig mit der hawkishen Wende im Mai übereinstimmten," was darauf hindeutet, dass sich die geldpolitische Debatte letztlich "auf einen kleineren 50-Bp-‚Versicherungs‘-Straffungszyklus einpendeln könnte." Aus Sicht von ING "würde ein solches Ergebnis für einen früheren Schritt im September und anschließend eine Pause sprechen," statt für eine längere Serie von Zinserhöhungen.
Im Tages-Chart hält sich das Paar NZD/USD über dem mittleren Bollinger-Band und dem 100-Tage-Simple Moving Average (SMA), was den kurzfristigen Ton konstruktiv hält, während es sich nach der jüngsten Erholung vom unteren Band konsolidiert. Ein Relative Strength Index (RSI) um 60 deutet darauf hin, dass das bullishe Momentum weiterhin intakt ist, aber noch nicht überdehnt, was darauf hindeutet, dass Rücksetzer weiterhin auf Nachfrage stoßen könnten, solange der Kurs über der 0,58-Marke bleibt.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim oberen Bollinger-Band nahe 0,5910, wobei ein täglicher Schlusskurs darüber den Weg für eine nachhaltigere Fortsetzung der Erholung öffnen würde. Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim 100-Tage-SMA und dem mittleren Bollinger-Band im Bereich von 0,5820-0,5825, wobei ein Bruch nach unten die Unterstützung am unteren Band um 0,5730 freilegen und signalisieren würde, dass die derzeitige bullische Tendenz an Zugkraft verliert.
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Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.