Das britische Pfund (GBP) beendet am Montag eine zweitägige Korrektur gegenüber dem japanischen Yen (JPY) und erholt sich während der europäischen Handelssitzung auf nahe 218,60. Das Währungspaar stand in den vergangenen zwei Handelstagen unter Verkaufsdruck nach Gewinnmitnahmen nahe mehrjähriger Höchststände bei 219,61.
In dieser Woche wird erwartet, dass die britische Währung aufgrund einer Vielzahl von Wirtschaftsdaten aus dem Vereinigten Königreich (UK) hoch volatil bleibt. In der datenreichen Woche werden die Anleger besonderes Augenmerk auf die Beschäftigungsdaten am Dienstag, die Verbraucherpreisindex-Daten (CPI) am Mittwoch sowie die Einzelhandelsumsätze und vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMI) am Freitag legen.
Die Auswirkungen von Beschäftigung und Inflation werden voraussichtlich erheblichen Einfluss auf die Markterwartungen hinsichtlich der geldpolitischen Entscheidung der Bank of England (BoE) in der nächsten Woche haben.
Am Dienstag wird das Office for National Statistics (ONS) voraussichtlich zeigen, dass die ILO-Arbeitslosenquote stabil bei 4,9 % geblieben ist. Die durchschnittlichen Verdienste ohne Boni, ein wichtiger Indikator für das Lohnwachstum, werden voraussichtlich um 3,4 % im Jahresvergleich (YoY) gestiegen sein.
Der Kern-CPI des Vereinigten Königreichs – der volatile Komponenten wie Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak ausschließt – wird auf ein moderates Wachstum von 2,5 % geschätzt, nach zuvor 2,6 %.
Anzeichen für eine Abkühlung des Inflationsdrucks dürften die Erwartungen an eine Zinssenkung der BoE in naher Zukunft stärken.
Beim japanischen Yen wird erwartet, dass die Bank of Japan (BoJ) die Zinssätze bei der geldpolitischen Sitzung nächste Woche unverändert bei 1 % belässt, so ein Bericht von Kyodo. Der Bericht zeigte auch, dass die Verantwortlichen weiterhin die Notwendigkeit für aufeinanderfolgende Zinserhöhungen in naher Zukunft sehen.
Der Kern-Verbraucherpreisindex (VPI) des Vereinigten Königreichs wird monatlich vom Office for National Statistics veröffentlicht und misst die Verbraucherpreisinflation – also die Rate, mit der sich die Preise für von Haushalten gekaufte Waren und Dienstleistungen verändern. Die Berechnung erfolgt nach internationalen Standards, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Der Jahresvergleich (Year-over-Year, YoY) zeigt, wie sich die Preise im aktuellen Berichtsmonat im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres entwickelt haben. Die Kernrate des VPI schließt besonders schwankungsanfällige Komponenten wie Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak aus. Der Kern-VPI gilt als wichtiger Indikator für die Inflation und die Entwicklung der Kaufkraft. Ein hoher Wert wird in der Regel als positiv (bullish) für das britische Pfund (GBP) gewertet, ein niedriger Wert dagegen als negativ (bärisch).
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Mi Juli 22, 2026 06:00
Häufigkeit: Monatlich
Prognose: 2.5%
Vorher: 2.6%
Quelle: Office for National Statistics
Die Bank of England hat die Aufgabe, die Inflation, gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI), bei etwa 2 % zu halten, was der monatlichen Veröffentlichung eine große Bedeutung verleiht. Ein Anstieg der Inflation signalisiert eine schnellere und frühere Erhöhung der Zinssätze oder die Reduzierung der Anleihekäufe durch die BOE, was eine Verknappung des Angebots an Pfund bedeutet. Umgekehrt deutet ein Rückgang des Tempos des Preisanstiegs auf eine lockere Geldpolitik hin. Ein höher als erwartetes Ergebnis ist tendenziell GBP-bullish.