AUD/USD verliert nach zwei Gewinnertagen an Boden und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Donnerstag um 0,7000. Das Paar bleibt im negativen Bereich, da der Australische Dollar (AUD) nach der Veröffentlichung der Verbraucherinflationserwartungen, die im Juli um 0,8 % auf 4,7 % von zuvor 5,5 % gefallen sind, Verluste hält.
Nach dem Anstieg der bereinigten mittleren Inflationserwartungen im April haben sich die Inflationserwartungen nun den dritten Monat in Folge abgeschwächt. Die Lohnerwartungen hingegen sind in den letzten acht Monaten unverändert geblieben.
Das Paar AUD/USD wertet ab, da die Nachfrage nach sicheren Häfen als Reaktion auf aggressive US-Militäraktionen steigt. Die USA haben mehrere Wellen von Angriffen auf iranische Küstenmilitäreinrichtungen gestartet und eine maritime Blockade gegen den Iran wieder eingeführt.
The Guardian berichtete, dass das US-Zentralkommando (CENTCOM) eine weitere Angriffswelle gestartet hat, um die wichtige Wasserstraße der Straße von Hormus offen zu halten. In einer direkten Eskalation bestätigte CENTCOM, dass US-Flugzeuge Raketen in den Schornstein eines Öltankers innerhalb der strategischen Passage abgefeuert haben, wodurch das Schiff effektiv außer Gefecht gesetzt wurde und die globalen Märkte in Alarmbereitschaft versetzt wurden.
Die Unvorhersehbarkeit des Konflikts nahm zu, nachdem US-Präsident Donald Trump gegenüber Reportern erklärte, er "mag es nicht, Fristen zu setzen", als er gefragt wurde, ob der Iran eine strikte Zeitvorgabe habe, bevor die USA beginnen, inländische Infrastruktur wie iranische Brücken ins Visier zu nehmen.
Der Vorsitzende der Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, sagte am Mittwoch, dass der aktuelle Inflationsdruck nicht dauerhaft sein werde, räumte jedoch ein, dass die jüngsten Inflationsmessungen weiterhin unbefriedigend seien.
Die Aussage von Fed-Chef Warsh erzielt 5,4/10 auf dem FXS Speechtracker, deutlich weicher im Vergleich zum historischen Durchschnitt von 7/10 und signalisiert einen vorsichtigeren, nuancierteren Ton. Indem er die jüngsten Inflationsdaten als "unvollkommenes Maß" für zugrundeliegende Druckfaktoren bezeichnet und KI als Quelle sowohl von Störungen als auch langfristigen Job- und Lohnzuwächsen darstellt, betont Warsh die Unsicherheit bezüglich des Inflationspfads, während er hervorhebt, dass es letztlich von der Fed-Politik abhängt, ob KI inflationär wirkt. Die Nettoauswirkung ist eine ausgewogene Botschaft, die die hawkische Überzeugung dämpft und unmittelbare Auswirkungen auf den Dollar und die breitere Risikostimmung begrenzt.
Der FXS Fed Sentiment Index blieb unverändert und bewegte sich um 0,00 Punkte auf einem fest hawkischen Wert von 126,13, was darauf hinweist, dass trotz der weicheren Rede-Bewertung der breitere politische Hintergrund weiterhin zu einer Straffungstendenz neigt. Die Kombination aus einem stabilen FXS Fed Sentiment Index und einer unter dem Durchschnitt liegenden FXS Speechtracker-Bewertung deutet darauf hin, dass die Märkte Warshs KI-Äußerungen als Verfeinerung der Inflationsnarrative und nicht als Abkehr von der bestehenden hawkischen Haltung sehen werden.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.