Der Indische Rupie eröffnet am Dienstag gegenüber dem US-Dollar (USD) deutlich schwächer. Das Paar USD/INR erreicht ein neues Sieben-Wochen-Hoch bei rund 96,13, da steigende Ölpreise und US-Staatsanleiherenditen aufgrund von Drohungen aus Washington die Attraktivität der indischen Währung geschwächt haben.
Im Eröffnungshandel steigt der MCX-Rohölkontrakt mit Fälligkeit am 20. Juli um 4,24 % auf rund 7.673 Rupien, das höchste Niveau seit fast einem Monat. Währungen von Volkswirtschaften wie Indien, die stark auf Ölimporte zur Deckung ihres Energiebedarfs angewiesen sind, tendieren in einem Umfeld hoher Ölpreise dazu, unterdurchschnittlich zu performen.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung steigen die 10-jährigen US-Staatsanleiherenditen um 0,3 % auf rund 4,62 % und nähern sich ihrem 18-Monats-Hoch von 4,66 %. Das Szenario höherer US-Anleiherenditen ist ein schlechtes Zeichen für risikobehaftete Anlagen.
Am Montag kündigte US-Präsident Donald Trump über einen Beitrag auf Truth Social an, dass Washington die US-Blockade der iranischen Seehäfen wieder einführt, um iranische Schiffe und Kunden am Verlassen oder Betreten zu hindern. Die USA hatten ihre Blockade gegen den Iran nach Unterzeichnung eines Memorandums of Understanding (MoU) aufgehoben, das jedoch aufgrund von Angriffsaustauschen zwischen beiden Seiten zusammengebrochen war.
US-Präsident Trump erklärte zudem in einem Medienbeitrag, dass Washington eine Gebühr von 20 % auf alle Frachtschiffe erheben werde, die die Straße von Hormus passieren, einen kritischen Engpass für fast ein Fünftel der weltweiten Energieversorgung, und bezeichnete dies als Erstattung für die Bereitstellung von Sicherheit und Schutz in der Nähe der Wasserstraße. Trump erklärte die USA außerdem zum „Wächter der Straße von Hormus“.
Ausländische institutionelle Investoren (FIIs) blieben am Montag Nettoverkäufer und verkauften Anteile im Wert von 3.062,27 Crore Rupien. Die steigenden Ölpreise aufgrund der Aggression im Nahen Osten scheinen die Stimmung der ausländischen Investoren gegenüber dem indischen Aktienmarkt erneut getrübt zu haben. Dennoch sind sie in diesem Monat bisher Netto-Käufer und haben 1.510,62 Crore Rupien investiert.
Im weiteren Tagesverlauf werden die Anleger den US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Juni und die zweitägige Anhörung von Federal Reserve (Fed)-Vorsitzendem Kevin Warsh genau verfolgen. Beide Ereignisse werden genau beobachtet, um neue Hinweise auf die Zinsentwicklung in den USA zu erhalten.
Am Montag sagte Fed-Gouverneur Christopher Waller, dass eine weitere hohe Inflationszahl als „Signal, nicht als Rauschen“ für die Notwendigkeit einer weiteren Straffung der Geldpolitik gewertet werde.
Schätzungen zufolge sank das US-Headline-CPI-Wachstum im Juni auf 3,8 % im Jahresvergleich (YoY) von 4,2 % im Mai, während die Kernzahlen mit 2,9 % weiterhin moderat anstiegen.

USD/INR notiert zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei etwa 96,12. Das Paar hält sich über dem 20-Perioden-Exponentiell Gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 95,2840 und behält eine konstruktive bullishe Tendenz bei, da der Kurs sich vom dynamischen Trend-Support entfernt.
Der Relative Strength Index (RSI) bei 61,69 bewegt sich im positiven Bereich und deutet auf eine feste Aufwärtsdynamik hin, ohne überkauft zu sein.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim 20-Perioden-EMA nahe 95,28, gefolgt von 95,00. Nach oben zielt das Paar darauf ab, das Allzeithoch bei 97,10 erneut zu testen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.
Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.
Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.
Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.