Das Paar AUD/USD handelt im frühen asiatischen Handel am Dienstag mit leichten Verlusten um 0,6915. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten stärken weiterhin eine sichere Hafenwährung wie den US-Dollar (USD) gegenüber dem Australischen Dollar (AUD). Alle Augen richten sich auf die US-Verbraucherpreisindex (VPI)-Inflationsdaten für Juni, die später am Dienstag veröffentlicht werden.
Die USA kündigten am Montag eine neue Runde von Angriffen auf den Iran an, wenige Stunden nachdem US-Präsident Donald Trump erklärte, Washington setze die Blockade des Iran in der Straße von Hormus „wieder ein“ und werde anderen Schiffen eine Gebühr für die sichere Passage berechnen.
Am frühen Dienstag teilte das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit, dass zwei nationale Tanker, die Mombasa und Al Bahiyah, von zwei iranischen Marschflugkörpern in der südlichen Fahrspur der Straße von Hormus in omanischen Hoheitsgewässern getroffen wurden, so Reuters. Anzeichen für eskalierende Spannungen im Nahen Osten könnten dem Greenback, einem sicheren Hafen, Unterstützung bieten und dem Paar Gegenwind verleihen.
Westpac-Analysten erklärten, dass weitere Zinserhöhungen weiterhin möglich sind, wobei die Großbank prognostiziert, dass die Reserve Bank of Australia (RBA) den Leitzins bereits im August erneut anheben muss, da Inflationsrisiken bestehen bleiben.
Die australische Zentralbank hat in diesem Jahr bisher drei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte (bps) vorgenommen und den offiziellen Leitzins (OCR) auf 4,35 % angehoben. Die aktuellen ASX 30-Tage Interbank Cash Rate Futures zeigen eine geringe Markterwartung von 16 % für eine Zinserhöhung auf 4,60 % bei der bevorstehenden Sitzung im August.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.