Das Paar EUR/USD verzeichnet während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag moderate Gewinne nahe 1,1385. Dennoch könnte das potenzielle Aufwärtspotenzial für das Währungspaar angesichts erneuter US-Militärschläge gegen den Iran begrenzt sein. Die Händler werden sich von den US-Verbraucherpreisindex-Daten (VPI) für Juni, die später am Dienstag veröffentlicht werden, weitere Hinweise holen.
US-Präsident Donald Trump kündigte am Montag an, dass die USA ihre Blockade des iranischen Seeverkehrs wieder aufnehmen und eine Gebühr von 20 % auf alle Fracht erheben werden, die durch die Straße von Hormus transportiert wird.
Das US-Militär hat die Angriffe auf den Iran wieder aufgenommen, darunter auf die Hafenstadt Bandar Abbas sowie auf die Inseln Qeshm und Kish. Als Reaktion darauf hat der Iran zwei Tanker der VAE, die Mombasa und Al Bahiyah, angegriffen. Die steigenden Spannungen im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und kurzfristig Gegenwind für das Währungspaar erzeugen.
Der US-VPI-Inflationsbericht wird am Dienstag veröffentlicht und könnte einige Hinweise auf den nächsten Schritt der US-Notenbank (Fed) geben. Ein schwächeres Inflationsergebnis würde die Notwendigkeit für Zinserhöhungen in den USA verzögern und den US-Dollar (USD) gegenüber dem Euro (EUR) schwächen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.