TradingKey – Am 13. Juli US-Ostküstenzeit erklärte US-Präsident Trump, dass die Vereinigten Staaten dafür sorgen werden, dass die Straße von Hormus offen bleibt, und diesen entscheidenden globalen Energietransitkorridor möglicherweise direkt verwalten werden. Trump sagte, die USA würden zum Hüter der Meerenge werden, während er gleichzeitig die Wiedereinführung einer Seeblockade gegen den Iran ankündigte und plant, von die Meerenge passierenden Schiffen 20 % ihres Ladungswerts zu verlangen, um die den USA durch die Sicherheitsgewährleistung entstehenden Kosten auszugleichen.
Vor Trumps Äußerungen hatte der Iran die Aussetzung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus angekündigt und erklärt, dass Durchfahrtsgenehmigungen erst nach der Wiederherstellung der Stabilität in der Region wieder erteilt würden, während die USA betonten, dass die Meerenge offen bleibe. Seit dem Wochenende haben sowohl die USA als auch der Iran ihre Raketen-, Drohnen- und Luftangriffseinsätze fortgesetzt, wodurch die zuvor vereinbarte vorübergehende Deeskalationsvereinbarung zu scheitern droht.
Auf die Straße von Hormus entfällt etwa ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und Flüssiggas-Transporte (LNG). Sollten die USA ihre Seeblockade ausweiten und der Iran den Schiffsverkehr weiterhin einschränken, könnten die Rohölexporte der Golfstaaten, die Tankerversicherungen und die Transportkosten weiter steigen, und auch die Risikoprämie für den Ölpreis wird sich voraussichtlich weiter vergrößern.

WTI-Rohölpreis-Tageschart, Quelle: TradingView
Angetrieben von der Sorge vor Lieferunterbrechungen in der Straße von Hormus sind die internationalen Ölpreise mehrere Tage in Folge kräftig gestiegen. Am Montag schloss WTI ( USOIL)-Rohöl mit einem Plus von 9,08 % bei 77,99 US-Dollar; Brent ( UKOIL)-Rohöl schloss mit einem Plus von 10,76 % bei 83,31 US-Dollar. Im Verlauf des Dienstags-Handelstags legten die Ölpreise weiter zu, wobei WTI-Rohöl ein Intraday-Hoch von 80,42 US-Dollar und Brent-Rohöl ein Hoch von 85,64 US-Dollar erreichte; beide Benchmarks durchbrachen damit die 80-Dollar-Marke.
Ein anhaltender Anstieg der Ölpreise könnte auch die Benzin- und Transportkosten in die Höhe treiben, was den globalen Inflationsdruck verstärken und die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve beeinflussen würde. Allerdings ist Trumps sogenannte „Übernahme“ derzeit weitgehend ein politischer Vorschlag; ob die USA tatsächlich Durchfahrtsgebühren erheben und die langfristige Kontrolle über die Meerenge behalten können, bleibt mit erheblichen rechtlichen und operativen Unsicherheiten behaftet. Die weitere Entwicklung der Ölpreise wird von den tatsächlichen Schifffahrtsbedingungen in der Meerenge und einer möglichen weiteren Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran abhängen.