AUD/USD gewinnt nach einem unveränderten Vortag an Boden und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Donnerstag um 0,6930. Das Währungspaar gewinnt an Boden, da der Australische Dollar (AUD) vor den wichtigen Verbraucherpreisdaten aus China, Australiens wichtigstem Handelspartner, Unterstützung findet. Später am Tag richtet sich die Marktaufmerksamkeit auf den US-Bericht zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung für weitere Orientierung.
Unterdessen sieht sich der US-Dollar (USD) nach der Veröffentlichung des Protokolls der Federal Reserve (Fed) vom Mittwoch Gegenwind ausgesetzt. Das Komitee ist tief gespalten hinsichtlich des Inflationsverlaufs, insbesondere ob diese hartnäckig bleibt oder zu sinken beginnt, wenn sich der geopolitische Konflikt im Nahen Osten entspannt.
Bemerkenswert ist, dass sich bei Kevins Warshs Debütsitzung als FOMC-Vorsitzender am 16. und 17. Juni die Entscheidungsträger spalteten: Während viele Teilnehmer feststellten, dass der Leitzins voraussichtlich bis Jahresende unverändert oder leicht unter dem aktuellen Niveau von 3,6 % bleiben würde, argumentierte eine ebenso lautstarke Gruppe, dass die Zinsen bis Jahresende steigen müssten.
Die Abwärtsrisiken für den Greenback könnten jedoch begrenzt sein. Die erneuten Spannungen zwischen den USA und dem Iran schüren inflationsbedingte Ängste im Energiesektor und stärken die Nachfrage nach sicheren Häfen für den USD. Diese geopolitische Reibung hat die Erwartungen verstärkt, dass die Fed die höheren Zinssätze länger beibehalten wird, um hartnäckigen Preisdruck zu bekämpfen. Laut dem CME FedWatch-Tool haben Swap-Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der nächsten Fed-Sitzung auf über 30 % angehoben, ein deutlicher Anstieg gegenüber weniger als 20 % noch in der vergangenen Woche.
Zusätzlich heizte Donald Trump am Donnerstag die Lage weiter an, indem er erklärte, dass eine Zwischenvereinbarung zur Beendigung des Konflikts mit dem Iran offiziell „vorbei“ sei. Der US-Präsident drohte zudem mit einem zweiten Tag von Luftangriffen und kündigte an, eine US-Blockade der Marine als Vergeltung für jüngste Angriffe auf Öltanker im Persischen Golf wieder einzuführen.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.