Das Paar USD/CAD konsolidiert während der asiatischen Sitzung am Freitag über der Marke von 1,4200, da sich die Händler dafür entscheiden, die Veröffentlichung der wichtigen monatlichen US-Arbeitsmarktdaten abzuwarten, bevor sie sich für weitere Kursgewinne positionieren. Die Kassapreise bleiben jedoch nahe dem höchsten Stand seit April 2025 aufgrund einer Kombination unterstützender Faktoren.
Die Rohölpreise sind auf ein neues Tief seit Ende Februar gefallen, da die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus die Befürchtungen eines anhaltenden Angebotschocks gemildert hat. Hinzu kommt, dass die Bank of Canada (BoC) eine dovishe Haltung beibehält, da die Entscheidungsträger einer schwachen Wirtschaft Vorrang vor Inflationsbedrohungen einräumen. Dies untergräbt weiterhin den rohstoffgebundenen Kanadischen Dollar (CAD), der zusammen mit einem bullischen US-Dollar (USD) weiterhin als Rückenwind für das Paar USD/CAD wirkt.
Der US-ADP-Bericht zeigte am Mittwoch, dass die Beschäftigung im privaten Sektor im Juni um 98.000 zulegte, nach 122.000 im Vormonat (unverändert) und verfehlte die Schätzungen von 113.000. Zudem sank der ISM Manufacturing PMI im Juni auf 53,3 von 54 im Vormonat. Die Daten dämpfen jedoch kaum die Erwartungen auf Zinserhöhungen durch die Federal Reserve (Fed). Darüber hinaus wirken anhaltende geopolitische Risiken weiterhin als Rückenwind für den USD, der wiederum das Paar USD/CAD stützt.
Tatsächlich haben Iran und die USA eine Runde indirekter Gespräche in Katar abgeschlossen, ohne Anzeichen für Fortschritte in Richtung eines dauerhaften Friedensabkommens angesichts der Spannungen um die strategisch wichtige Straße von Hormus. Separat startete Russland am frühen Donnerstagmorgen eine Salve von Raketen und Drohnen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. Dies hält die geopolitischen Risiken aufrecht und begünstigt die USD-Bullen. Abgesehen davon deuten die divergierenden Erwartungen an die Politik von BoC und Fed darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das Paar USD/CAD nach oben führt.
Die Händler scheinen jedoch vor dem US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht, der später während der nordamerikanischen Sitzung veröffentlicht wird, zögerlich zu sein. Die mit Spannung erwarteten Daten werden eine Schlüsselrolle bei der Beeinflussung der Markterwartungen hinsichtlich des geldpolitischen Kurses der Fed spielen und die USD-Nachfrage antreiben. Darüber hinaus könnten die Dynamiken der Ölpreise weiterhin kurzfristige Handelsmöglichkeiten rund um das Paar USD/CAD bieten.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.