Das Paar USD/JPY hält sich während der frühen asiatischen Handelsstunden am Donnerstag um 162,55 stabil. Die Händler ziehen es vor, sich im Vorfeld des wichtigen US-Arbeitsmarktberichts für Juni, der später am Donnerstag veröffentlicht wird, zurückzuhalten. Interventionsängste seitens der japanischen Behörden begrenzen ebenfalls den Aufwärtstrend des Paares.
Starke US-Arbeitsmarktdaten der letzten drei Monate haben die Aussichten für das US-Wachstum gestärkt und die Erwartungen für US-Zinserhöhungen in diesem Jahr erhöht. Dies könnte wiederum den Greenback gegenüber dem japanischen Yen (JPY) stützen.
Ökonomen erwarten, dass die US Nonfarm Payrolls (NFP) für Juni einen Zuwachs von 110.000 Arbeitsplätzen ausweisen und die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum unverändert bei 4,3 % bleibt. Fed Funds Futures-Händler preisen laut dem CME FedWatch Tool nun eine fast 64%ige Chance für eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) bis September ein.
Der ADP National Employment Report vom Mittwoch zeigte, dass die Beschäftigung im privaten Sektor im Juni um 98.000 Stellen zunahm, verglichen mit 112.000 im Mai. Dieser Wert lag unter dem Marktkonsens von 113.000.
Die Händler sind wegen möglicher Interventionen japanischer Beamter in Alarmbereitschaft. Japans oberster Währungsdiplomat, Atsushi Mimura, erklärte am Mittwoch, dass die Intervention vor zwei Monaten zur Unterstützung des Yen wirksam gewesen sei und einige US-Beamte die Maßnahme „unterstützend“ gesehen hätten. Finanzministerin Satsuki Katayama betonte am Dienstag, dass die Regierung bereit sei, angemessene Maßnahmen gegen übermäßige Währungsschwankungen zu ergreifen.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.