EUR/USD wertet nach einer Seitwärtsbewegung am Vortag ab und handelt am Mittwoch während der europäischen Handelszeiten um 1,1390. Der Euro (EUR) bleibt vor der später am Tag zu veröffentlichenden Eurozonen-Daten zum Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) schwächer.
Der Euro verliert an Boden, da die Inflation in Deutschland, Frankreich und Italien schneller als erwartet zurückgeht, was die Wahrscheinlichkeit senkt, dass die EZB die Zinssätze hoch hält. In Deutschland sank die Inflation im Juni auf 2,3 % von 2,6 % im Mai und lag damit unter der von den Märkten erwarteten Rate von 2,5 %.
Das Paar EUR/USD verliert an Boden, da der US-Dollar (USD) gegenüber dem Euro (EUR) aufgrund der Marktunsicherheit angesichts eskalierender geopolitischer Spannungen an Stärke gewinnt. Die US-Iran Doha-Friedensgespräche stehen unter einem schlechten Stern, nachdem die US-Verhandler Jared Kushner und Steve Witkoff in Katar eingetroffen sind, um sich mit Vermittlern zu treffen. Die anschließende Ankündigung Teherans, nicht direkt mit den US-Gesandten zu verhandeln, trübt die Aussichten auf eine schnelle oder dauerhafte Lösung und hält die geopolitischen Risikoaufschläge im Markt lebendig.
Das zunehmende hawkische Sentiment in Bezug auf den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) unterstützt weiterhin die Aufwärtsbewegung des Greenbacks. Das CME FedWatch-Tool zeigt, dass Fed Funds Futures nun eine fast 67%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bis September einpreisen.
Die bevorstehende Rede des Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, auf dem EZB-Forum in Sintra wird erwartet. Auf der Datenfront werden später am Tag der ADP-Bericht zur privaten Beschäftigung und die ISM-Daten zum verarbeitenden Gewerbe beobachtet, gefolgt von den Nonfarm Payrolls (NFP)-Zahlen am Donnerstag.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.