Das Paar EUR/USD handelt am frühen Mittwochmorgen in Europa negativ nahe 1,1410. Die nachlassende Inflation in Deutschland hat die Erwartungen an Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) gesenkt, was den Euro (EUR) gegenüber dem US-Dollar (USD) belastet.
Die Verbraucherpreisinflation (CPI) in Deutschland sank im Juni auf 2,3 % von 2,6 % im Mai, wie Destatis am Dienstag mitteilte. Dieser Wert fiel schwächer aus als die Markterwartungen von 2,5 %. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte letzte Woche, dass keine „kraftvollen“ Maßnahmen erforderlich seien, da die Energiepreise fallen und es an „Zweite-Runden“-Effekten wie höheren Lohnforderungen fehlt, die die Inflation weiter anheizen könnten.
Die Händler bereiten sich auf die vorläufige Veröffentlichung des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone vor. Bei heißeren als erwarteten Ergebnissen könnte dies die Gemeinschaftswährung kurzfristig stärken.
Auf dem US-Wirtschaftskalender stehen am Mittwoch die Berichte zum ADP-Beschäftigungsbericht und zum ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe an. Alle Augen richten sich auf die Nonfarm Payrolls (NFP) am Donnerstag, bei denen für Juni ein Stellenzuwachs von 111.000 erwartet wird.
Im Tageschart behält EUR/USD einen bärischen kurzfristigen Ton bei, da es unter dem 20-Tage-Bollinger-SMA und dem 100-Tage-MA notiert. Das Paar bewegt sich nahe der unteren Hälfte der jüngsten Bollinger-Bänder, während der 14-Perioden Relative Strength Index (RSI) bei rund 36 ein schwaches, weiterhin negatives Momentum anzeigt, jedoch keine unmittelbare Überverkauft-Situation.
Auf der Oberseite wird der erste Widerstand beim 20-Tage-Bollinger-SMA nahe 1,1485 gesehen, gefolgt vom 100-Tage-MA bei etwa 1,1632 und dem oberen Bollinger-Band nahe 1,1650, die zusammen eine dichte Angebotszone bilden, die Erholungsversuche begrenzt. Auf der Unterseite fungiert das Tief vom 29. Juni bei 1,1381 als nächste bedeutende Unterstützung. Ein weiterer Verkaufsdruck unterhalb dieses Niveaus könnte weitere Schwäche in Richtung des unteren Bollinger-Bands bei etwa 1,1320 sowie der psychologischen Marke von 1,1300 offenbaren.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.