Das Währungspaar EUR/JPY verliert am Freitag in den frühen europäischen Handelsstunden an Dynamik und nähert sich der Marke von 184,45. Der japanische Yen (JPY) legt gegenüber dem Euro (EUR) zu, angesichts von Befürchtungen über eine Währungsintervention durch japanische Behörden.
Japans Finanzministerin Satsuki Katayama äußerte sich am Freitag erneut verbal interventionistisch und erklärte, dass die Regierung bereit sei, entschlossene Maßnahmen gegen spekulative Aktivitäten am Devisenmarkt zu ergreifen.
Darüber hinaus könnte die Unsicherheit rund um das US-Iran-Friedensabkommen eine sichere Hafenwährung wie den JPY stärken und als Gegenwind für das Währungspaar wirken. Das Weiße Haus gab am Freitag laut CNN bekannt, dass die erste Runde der technischen Gespräche mit dem Iran im Rahmen des diese Woche unterzeichneten Memorandums of Understanding nicht am Freitag stattfinden wird.
Der US-Vizepräsident JD Vance erklärte, dass das Treffen noch nicht finalisiert sei, da es für die iranischen Beamten schwierig sei, den Iran zu verlassen. Er fügte hinzu, dass er davon ausgehe, an einem Punkt an diesem Wochenende in die Schweiz zu reisen.
Im Tageschart zeigt EUR/JPY eine moderate kurzfristige bärische Tendenz, da der Kurs unter den 100-Tage Simple Moving Average (SMA) zurückfällt. Der Preis handelt zudem unter dem 20-Tage-Bollinger-SMA, wodurch das Währungspaar innerhalb der oberen Hälfte der jüngsten Handelsspanne eingeschränkt bleibt, während der Relative Strength Index (RSI) bei 43 ein schwaches, aber nicht extremes Abwärtsmomentum signalisiert.
Ein Tagesschlusskurs über dem 100-Tage-SMA bei rund 184,60 würde den Weg zum mittleren Bollinger-Band nahe 185,33 und zum jüngsten Höchststand des oberen Bollinger-Bands bei etwa 186,25 ebnen. Auf der Unterseite bietet das untere Bollinger-Band bei etwa 184,40 erste Unterstützung; ein entscheidender Bruch unter dieses Band würde den Weg zum Tief vom 7. Mai bei 183,50 öffnen, gefolgt vom Tief vom 31. März bei 182,83.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.