Das Paar AUD/USD verliert im asiatischen Handel am Freitag an Dynamik und nähert sich der Marke von 0,7010. Der Australische Dollar (AUD) gibt gegenüber dem US-Dollar (USD) nach, nachdem berichtet wurde, dass der US-Vizepräsident JD Vance seine Reise zu Gesprächen mit dem Iran in der Schweiz abgesagt hat, was Bedenken hinsichtlich des US-Iran-Friedensabkommens aufkommen lässt.
CNN berichtete am Freitag, dass das Weiße Haus mitteilte, dass die erste Runde technischer Gespräche mit dem Iran im Rahmen des diese Woche unterzeichneten Memorandums of Understanding am Freitag nicht stattfinden wird. Vance sagte, dass das Treffen noch nicht finalisiert sei, da es für die iranischen Beamten schwierig sei, den Iran zu verlassen. Der Vizepräsident fügte hinzu, dass er davon ausgehe, irgendwann an diesem Wochenende in die Schweiz zu reisen.
Händler werden die Entwicklungen rund um das Friedensabkommen genau beobachten. Ein Mangel an Fortschritten im US-Iran-Konflikt oder Anzeichen erneuter Spannungen im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und dem Hauptwährungspaar Gegenwind verleihen.
Darüber hinaus könnte die hawkische Haltung der US-Notenbank (Fed) zum Anstieg des USD beitragen. Die US-Zentralbank entschied sich am Mittwoch, die Zinssätze im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % stabil zu halten, während Kevin Warsh seine Amtszeit mit einer umfassenden Überprüfung der Geldpolitik begann. Fed-Vertreter signalisierten die Möglichkeit höherer Zinsen, während sie die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Inflation bewerten.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.
„Wir haben seit Ende April sehr spektakuläre Daten in den USA gesehen, die positiv überraschten, dann war die Fed so hawkisch, wie es die Markterwartungen je sein konnten, sodass wir einen weiteren Anstieg des Dollars gesehen haben“, sagte Sarah Ying, Leiterin der FX-Strategie bei CIBC Capital Markets.