USD/CAD steigt am dritten Tag in Folge und handelt während der asiatischen Handelszeiten am Freitag um 1,4140. Das Paar wertet auf, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) angesichts niedrigerer Ölpreise unter Druck steht. Kanada ist ein bedeutender Nettoexporteur von Rohöl und liefert seine Vorräte hauptsächlich in die Vereinigten Staaten (US). Niedrigere Ölpreise belasten Kanadas Exporterlöse, was den CAD fundamental unter Druck setzt.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl fällt leicht und liegt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei etwa 75,10 US-Dollar pro Barrel, wobei die moderaten Gewinne der vorherigen Sitzung wieder rückgängig gemacht werden. Der US-Ölbenchmark steuert nun auf einen deutlichen Wochenverlust von etwa 9,5 % zu, da Energieinvestoren auf die sich schnell verbessernden Schifffahrtsbedingungen in der Straße von Hormus reagieren, nachdem US-Präsident Donald Trump ein Abkommen mit dem Iran zur Beendigung des Krieges unterzeichnet hat.
Die USA und der Iran haben eine erste Vereinbarung unterzeichnet, die eine 60-tägige Verhandlungsphase über ein endgültiges Abkommen zur Beendigung des Krieges einleitet, so CNN. Zudem bestätigte das US-Militär zuvor, dass es seine Blockade der iranischen Häfen in der Nähe der Straße von Hormus beendet hat, da Beamte angeben, dass wieder Millionen Barrel durch die wichtige Wasserstraße fließen. Positive Entwicklungen im Zusammenhang mit dem US-iranischen Friedensabkommen könnten kurzfristig risikoreichere Anlagen wie die Gemeinschaftswährung stärken.
Das Federal Open Market Committee (FOMC) stimmte am Mittwoch einstimmig dafür, den Leitzins für Übernachtkredite im Zielkorridor von 3,5 %–3,75 % unverändert zu lassen. Die Entscheidung hatte jedoch einen hawkischen Ton, da fast die Hälfte der Beamten signalisierten, dass später in diesem Jahr mindestens eine Zinserhöhung erforderlich sein könnte.
Diese hawkische Pause der Zentralbank könnte den US-Dollar (USD) stärken und dem USD/CAD-Paar Rückenwind verleihen. In seiner ersten Pressekonferenz betonte der neu ernannte Vorsitzende der Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, dass „Preisniveaustabilität“ weiterhin das oberste Leitprinzip der Fed bleibt.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.