Der japanische Yen wertete am Mittwoch gegenüber dem US-Dollar ab, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve eine hawkische Haltung beibehielt, wobei die meisten Vertreter eine Zinserhöhung gegen Ende des Jahres erwarten, während der neue Fed-Vorsitzende Warsh das Engagement der Fed zur Erreichung des 2%-Inflationsziels bekräftigte. Zum Zeitpunkt der Niederschrift notiert das Paar USD/JPY bei 160,66 nach einer Erholung vom Tagestief bei 160,11.
Fed-Vorsitzender Kevin Warsh gab während seiner Pressekonferenz wenig Einblick in den zukünftigen geldpolitischen Kurs und erklärte, dass er keine Wirtschaftsprognosen eingereicht habe. Dennoch betonte er, dass die Inflation weiterhin deutlich über dem 2%-Ziel der Fed liege und sagte, die Entscheidungsträger seien sich einig in ihrem Engagement für die Wiederherstellung der Preisstabilität.
Zum geldpolitischen Statement sagte Warsh, es sei darauf ausgelegt, die Fakten darzustellen, anstatt eine zukunftsgerichtete Orientierung zu signalisieren. Er kündigte außerdem Pläne an, Arbeitsgruppen zu bilden, die sich auf Kommunikation, Bilanz, Datenquellen, Produktivität, Beschäftigung und Inflation sowie weitere Bereiche konzentrieren sollen, als Teil einer Überprüfung des aktuellen Rahmens der Federal Reserve.
Zur dualen Mandatsaufgabe der US-Zentralbank sagte Warsh, die Entscheidungsträger stünden nicht vor einer „grausamen Wahl“ zwischen der Erreichung von Preisstabilität und maximaler Beschäftigung. Er räumte jedoch ein, dass die Zentralbank noch mehr Arbeit vor sich habe, um die Inflation wieder unter Kontrolle zu bringen.
In ihrem Statement strich die Fed die zukunftsgerichtete Orientierung. Die Fed erkannte an, dass die Wirtschaft trotz der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt weiterhin stark wächst, und stellte fest, dass der Arbeitsmarkt stabil bleibt, wobei die Arbeitslosenquote nahezu unverändert ist.
Darüber hinaus heißt es: „Die Inflation bleibt im Vergleich zum 2%-Ziel des Ausschusses erhöht, was teilweise auf Angebotsschocks zurückzuführen ist, die Preissteigerungen in bestimmten Sektoren, einschließlich Energie, verursacht haben. Der Ausschuss wird Preisstabilität gewährleisten.“
Die Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (SEP) der Fed zeigte, dass der Median der Fed Funds Rate bei 3,8 % zum Jahresende erwartet wird, gegenüber 3,4 % im März. Das US-BIP wird bis Ende 2026 voraussichtlich um 2,2 % wachsen, während der Kern-PCE, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, mit 3,3 % prognostiziert wird, was 1,3 % über dem 2%-Ziel der Fed liegt.
Der USD/JPY legte um 0,14 % zu, wobei der Anstieg durch Anlegerängste vor einer möglichen Intervention der Bank of Japan (BoJ) am Devisenmarkt begrenzt wurde. Der Anstieg der US-Staatsanleihenrenditen trieb das Paar nach oben, was ein Gegenwind für den Yen ist, der üblicherweise von Währungen mit größerem Zinsdifferenzial unter Druck gesetzt wird, was letztere begünstigt.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand bei 161,00. Ein Durchbruch darüber würde den Weg zu 161,50 freimachen, gefolgt von 162,00. Auf der Unterseite wäre die erste Unterstützung das Tief vom 15. Juni bei 159,73, gefolgt vom 50-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 159,04.

Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.