Das Paar EUR/USD hält sich im frühen asiatischen Handel am Mittwoch nahe 1,1610. Händler ziehen es vor, an der Seitenlinie zu bleiben, bis die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) später am Tag bekanntgegeben wird. Außerdem werden die US-Einzelhandelsumsätze für Mai veröffentlicht.
Es wird allgemein erwartet, dass die Fed ihren Leitzins auf der bevorstehenden geldpolitischen Sitzung im Juni am Mittwoch unverändert in einer Zielspanne von 3,50 % bis 3,75 % belässt. Die Händler werden die Pressekonferenz genau verfolgen, da Kevin Warsh Hinweise darauf geben könnte, ob er die Zinsen zur Eindämmung der Inflation anheben oder, wie von Trump seit Langem gefordert, senken möchte.
Jegliche hawkischen Äußerungen der Fed-Entscheidungsträger könnten den US-Dollar (USD) beflügeln und dem wichtigen Währungspaar kurzfristig Gegenwind verleihen. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 42,6 % ein, dass die US-Notenbank bis zum Jahresende die Zinsen um 25 Basispunkte (bps) anheben wird.
Ein Abkommen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus könnte eine Rallye bei risikoreicheren Vermögenswerten wie der Gemeinschaftswährung auslösen. Der US-Vizepräsident JD Vance sagte am Dienstag, dass US-Präsident Donald Trump möglicherweise vor Freitag ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung des Krieges mit Iran veröffentlichen wird, nachdem Trump erklärt hatte, das Abkommen sei bereits unterzeichnet worden.
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.