Das Paar USD/JPY gibt während der asiatischen Sitzung am Mittwoch nach, bleibt jedoch in Schlagdistanz zum höchsten Stand seit Ende April, der letzte Woche erreicht wurde. Die Kassapreise notieren derzeit unterhalb der Interventionszone bei 160,50, da Händler gespannt auf das Ergebnis der zweitägigen FOMC-Sitzung später am Tag warten.
Es wird allgemein erwartet, dass die US-Notenbank (Fed) die Leitzinsen unverändert lässt und die Lockerungsneigung aus der begleitenden Erklärung entfernt, da die Inflation hartnäckiger als erwartet ist. Der Marktfokus liegt auf den aktualisierten Wirtschaftsprojektionen, die den sogenannten Dot Plot enthalten. Zudem werden die Kommentare des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh genau auf neue Hinweise zum geldpolitischen Kurs der Zentralbank analysiert. Der Ausblick wird wiederum eine Schlüsselrolle bei der Beeinflussung der Kursdynamik des US-Dollars (USD) spielen und dem Paar USD/JPY einen bedeutenden Impuls verleihen.
Im Vorfeld des wichtigen Ereignisrisikos der Zentralbank hält der jüngste Optimismus über ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen den USA und Iran den sicheren Hafen USD unter Druck. Hinzu kommen Spekulationen, dass die Behörden erneut eingreifen werden, um den japanischen Yen (JPY) zu stützen, was das Paar USD/JPY begrenzt. Der JPY kämpft jedoch weiterhin darum, Käufer anzuziehen, trotz der Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) am Dienstag auf den höchsten Stand seit 1995. Die Kreditkosten Japans bleiben niedriger als die von Vergleichsländern wie den USA, was den JPY-Carry-Trade aktiv hält und das Währungspaar unterstützt.
Händler zeigen sich ebenfalls zögerlich und warten auf weitere Details zum Abkommen, bevor sie aggressive direktionale Wetten auf das Paar USD/JPY eingehen. Dennoch scheint der oben genannte fundamentale Hintergrund zugunsten bullischer Händler geneigt zu sein, was darauf hindeutet, dass jede korrigierende Abwärtsbewegung als Kaufgelegenheit gesehen werden könnte und begrenzt bleibt. Daher ist es ratsam, auf starke Anschlussverkäufe zu warten, bevor ein kurzfristiges Hoch bei den Kassapreisen bestätigt und Positionen für tiefere Verluste aufgebaut werden.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.