Das Paar USD/CAD zieht zum dritten Tag in Folge Käufer an und notiert während der asiatischen Sitzung am Donnerstag nahe der Mitte der 1,3800er-Marke, dem höchsten Stand seit dem 13. April. Die Spotpreise scheinen das Ausbruchsmomentum des Vortags durch einen technisch bedeutenden 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) auszubauen, gestützt von einem insgesamt festeren US-Dollar (USD), der durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten gestärkt wird. Allerdings könnten sich die sich erholenden Rohölpreise als Unterstützung für den rohstoffgebundenen Loonie erweisen und die Aufwärtsbewegung begrenzen, da Händler nun auf wichtige US-Makrodaten für einen bedeutenden Impuls warten.
Die jüngsten Entwicklungen rund um die Nahostkrise dämpfen die Hoffnungen auf ein US-Iran-Abkommen zur Beendigung eines drei Monate andauernden Krieges und treiben den USD-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Währungskorb abbildet, auf ein neues Wochenhoch. Ein US-Beamter teilte Reuters mit, dass das US-Militär am Mittwoch neue Angriffe im Iran durchgeführt habe, bei denen eine militärische Einrichtung ins Visier genommen wurde, die eine Bedrohung für amerikanische Streitkräfte und den kommerziellen Schiffsverkehr in der Straße von Hormus darstellte. Der US-Beamte sagte außerdem, dass amerikanische Streitkräfte mehrere iranische Drohnen abgefangen und abgeschossen hätten, die eine ähnliche Bedrohung darstellten.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, dass er mit den Bedingungen des mit dem Iran ausgehandelten Abkommens nicht zufrieden sei und sich nicht zu einem schnellen Abschluss drängen lasse. Dies kommt zu den erheblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und dem Iran über das Nuklearprogramm Teherans und einer Pattsituation in der Straße von Hormus hinzu, was das Risiko einer weiteren Eskalation der Spannungen in der Region erhöht. Darüber hinaus stärken wiederauflebende inflationsbedingte Sorgen die Wetten auf eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im späteren Jahresverlauf, was sich als weiterer Faktor erweist, der dem USD einen ordentlichen Auftrieb verleiht und das Paar USD/CAD unterstützt.
Unterdessen helfen erneute Feindseligkeiten den Rohölpreisen, sich von einem am Mittwoch erreichten fast dreiwöchigen Tief moderat zu erholen. Dies könnte Händler davon abhalten, aggressive bärische Wetten auf den Kanadischen Dollar (CAD) zu platzieren, und als Gegenwind für das Paar USD/CAD wirken. Händler könnten auch abwarten, bis der US-Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) und der vorläufige US-BIP-Bericht veröffentlicht werden, bevor sie sich für den nächsten Schritt einer Richtungsbewegung positionieren. Nichtsdestotrotz unterstützt der fundamentale Hintergrund die Aussicht auf eine weitere Aufwertung.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.