USD/CAD gibt am Dienstag frühere Intraday-Gewinne wieder ab, wobei der Kanadische Dollar (CAD) Unterstützung durch steigende Ölpreise erhält und die breitere Stärke des US-Dollars (USD) ausgleicht. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels handelt das Paar bei rund 1,3800, nachdem es zuvor am Tag ein Intraday-Hoch nahe 1,3821 erreicht hatte.
Die anhaltende Unsicherheit rund um die US-Iran-Verhandlungen unterstützt weiterhin die Nachfrage nach dem US-Dollar. Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen verfolgt, notiert bei etwa 99,16, nachdem er am Montag kurzzeitig unter die Marke von 99,00 gefallen war.
Die Hoffnungen auf eine sofortige Einigung schwanden, nachdem amerikanische Streitkräfte am Montag „defensive Schläge“ im Süden Irans durchgeführt hatten, bei denen Raketenanlagen und iranische Boote ins Visier genommen wurden, die angeblich versuchten, Minen in der Nähe der Straße von Hormus zu verlegen.
Obwohl die diplomatischen Bemühungen zwischen Washington und Teheran andauern, bestehen Berichten zufolge weiterhin erhebliche Differenzen bezüglich des iranischen Atomprogramms, der Sanktionserleichterungen, der Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und der US-Blockade iranischer Häfen.
Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf eine Quelle aus dem Verhandlungsteam, dass Teheran von den Vereinigten Staaten (US) die Freigabe von 24 Milliarden US-Dollar eingefrorener iranischer Gelder im Rahmen eines möglichen Abkommens verlangt. Iran strebt zudem an, dass mindestens die Hälfte dieses Betrags unmittelbar nach Bekanntgabe der Vereinbarung freigegeben wird.
Unterdessen berichtete das Wall Street Journal, dass die US-Marine die Begleitung von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen hat, da die Spannungen in der Region weiterhin hoch bleiben.
Die anhaltenden Risiken von Störungen rund um die Straße von Hormus haben die globalen Ölpreise hoch gehalten und bieten dem rohstoffgebundenen Kanadischen Dollar, angesichts der Stellung Kanadas als einer der weltweit größten Rohölexporteure, eine zugrundeliegende Unterstützung. West Texas Intermediate (WTI) Rohöl ist am Tag um fast 4 % gestiegen und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bei rund 93 US-Dollar.
Gleichzeitig befeuern steigende Ölpreise weiterhin die globalen Inflationssorgen und verstärken die Erwartungen, dass wichtige Zentralbanken, darunter die Federal Reserve (Fed) und die Bank of Canada (BoC), die Zinsen möglicherweise anheben müssen.
BoC-Vizegouverneur Nicolas Vincent sagte am Dienstag, dass „je mehr die Wirtschaft Schocks mit strukturellen Veränderungen erlebt, desto weniger eindeutig unsere geldpolitischen Entscheidungen sein werden.“
Bei den Daten lag das US CB Verbrauchervertrauen im Mai bei 93,1 und damit unter 93,8 im April. Die Händler warten nun auf den US-Bericht zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Donnerstag, gefolgt von den kanadischen Bruttoinlandsprodukt (BIP)-Daten am Freitag.
Die Bank of Canada steuert die kanadische Geldpolitik und ist für die Festlegung der Zinssätze verantwortlich. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, was durch eine Inflationsrate zwischen 1 % und 3 % erreicht werden soll.
In außergewöhnlichen Situationen kann die Bank of Canada auf das Instrument der quantitativen Lockerung (QE) zurückgreifen. Dabei druckt die BoC Kanadische Dollar, um Vermögenswerte – meist Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten zu kaufen. Diese Maßnahme führt in der Regel zu einer Schwächung des CAD und wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Während der Finanzkrise 2009-2011 nutzte die BoC QE, um den eingefrorenen Kreditmarkt zu stabilisieren.
Quantitative Straffung (QT) beschreibt den Prozess, bei dem die Bank of Canada ihre Anleihekäufe reduziert, was tendenziell den kanadischen Dollar stärkt.