Das GBP/JPY-Kreuz bleibt am Mittwoch zum zweiten Mal in Folge unter Druck, zeigt jedoch kein starkes Anschlussverkaufssignal und hält sich über dem Tiefpunkt des Vortages. Die Spotpreise notieren derzeit unter der Marke von 213,00 und liegen für den Tag knapp über 0,10% im Minus, da Händler darauf warten, dass die neuesten britischen Verbraucherpreisinflationszahlen veröffentlicht werden, bevor sie neue Richtungswetten eingehen.
Der entscheidende britische Verbraucherpreisindex (VPI) für April wird aus geldpolitischer Sicht analysiert, was weitere Einblicke in die nächsten Schritte der Bank of England (BoE) geben dürfte. Daher wird jede relevante Abweichung vom Marktkonsens voraussichtlich die kurzfristige Volatilität des Pfund Sterling (GBP) erhöhen und dem GBP/JPY-Kreuz einen bedeutenden Impuls verleihen.
Mit Blick auf das wichtige Datenrisiko lasten die politische Unsicherheit im Vereinigten Königreich, angesichts ernsthafter Führungsherausforderungen für Premierminister Keir Starmer, sowie ein bullisher US-Dollar (USD) auf dem GBP. Der japanische Yen (JPY) hingegen erhält Unterstützung durch Spekulationen, dass die Behörden erneut eingreifen werden, um die heimische Währung zu stützen, was den Abwärtsdruck auf das GBP/JPY-Kreuz verstärkt.
Der JPY zeigt jedoch angesichts wirtschaftlicher Sorgen infolge des Nahost-Konflikts keine bullishe Überzeugung. Investoren scheinen besorgt, dass die japanische Wirtschaft in absehbarer Zeit unter Druck geraten wird, da die Energieversorgung durch die Straße von Hormus weiterhin gestört ist. Dies wiederum hält Händler davon ab, aggressive Short-Positionen im GBP/JPY-Kreuz einzugehen.
Daher ist es ratsam, auf starke Anschlussverkäufe zu warten, bevor man sich für eine weitere Abwertung des Währungspaares positioniert. Die Bullen hingegen könnten Schwierigkeiten haben, die entscheidende Hürde bei 214,00 zu überwinden. Eine anhaltende Stärke darüber sollte dem GBP/JPY-Kreuz jedoch ermöglichen, auf der soliden Erholung der letzten Woche aus dem Bereich um 211,00 aufzubauen.
Der Kern-Verbraucherpreisindex (VPI) des Vereinigten Königreichs wird monatlich vom Office for National Statistics veröffentlicht und misst die Verbraucherpreisinflation – also die Rate, mit der sich die Preise für von Haushalten gekaufte Waren und Dienstleistungen verändern. Die Berechnung erfolgt nach internationalen Standards, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Der Jahresvergleich (Year-over-Year, YoY) zeigt, wie sich die Preise im aktuellen Berichtsmonat im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres entwickelt haben. Die Kernrate des VPI schließt besonders schwankungsanfällige Komponenten wie Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak aus. Der Kern-VPI gilt als wichtiger Indikator für die Inflation und die Entwicklung der Kaufkraft. Ein hoher Wert wird in der Regel als positiv (bullish) für das britische Pfund (GBP) gewertet, ein niedriger Wert dagegen als negativ (bärisch).
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Mi Mai 20, 2026 06:00
Häufigkeit: Monatlich
Prognose: 2.6%
Vorher: 3.1%
Quelle: Office for National Statistics
Die Bank of England hat die Aufgabe, die Inflation, gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI), bei etwa 2 % zu halten, was der monatlichen Veröffentlichung eine große Bedeutung verleiht. Ein Anstieg der Inflation signalisiert eine schnellere und frühere Erhöhung der Zinssätze oder die Reduzierung der Anleihekäufe durch die BOE, was eine Verknappung des Angebots an Pfund bedeutet. Umgekehrt deutet ein Rückgang des Tempos des Preisanstiegs auf eine lockere Geldpolitik hin. Ein höher als erwartetes Ergebnis ist tendenziell GBP-bullish.