Das Währungspaar AUD/JPY verliert im frühen europäischen Handel am Mittwoch an Dynamik und fällt auf rund 112,90. Die stärker als erwarteten Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) Japans für das erste Quartal (Q1) stützen den japanischen Yen (JPY) gegenüber dem australischen Dollar (AUD).
Die japanische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2026 auf annualisierter Basis um 2,1 %, wie vorläufige Daten des Kabinettsamts am Dienstag zeigten. Dieser Wert folgte auf ein Wachstum von 1,3 % zuvor und lag über dem Marktkonsens von 1,7 %. Gleichzeitig expandierte das japanische BIP im ersten Quartal um 0,5 % im Quartalsvergleich, verglichen mit einem Wachstum von 0,3 % im vierten Quartal 2025. Dieser Wert war stärker als die erwartete Expansion von 0,4 %.
Auf australischer Seite zeigten die Protokolle der Reserve Bank of Australia (RBA) am Dienstag, dass acht von neun Vorstandsmitgliedern die Zinserhöhung im Mai auf 4,35 % unterstützten, wobei sie auf steigende Inflationsrisiken durch den Golfkonflikt verwiesen. Ein Mitglied bevorzugte es, weitere Daten abzuwarten.
Die Protokolle der RBA-Sitzung hoben jedoch wachsende Bedenken hervor, dass globale Energieschocks und Spannungen im Nahen Osten die inländische Inflation anheizen und das breitere Wirtschaftswachstum beeinträchtigen könnten. Dies könnte wiederum das Aufwärtspotenzial des AUD gegenüber dem JPY begrenzen.
Im Tages-Chart hält sich AUD/JPY gut oberhalb des 100-Tage Simple Moving Average (SMA) und bewahrt trotz des aktuellen Kursniveaus knapp unterhalb des mittleren Bollinger-Bands, das als erste Barriere fungiert, eine konstruktive Gesamtstruktur. Ein nachgebender Relative Strength Index (RSI) um 46 deutet darauf hin, dass das Aufwärtsmomentum nachgelassen hat, ohne den vorherrschenden Aufwärtstrend zu kippen.
Auf der Oberseite wird der erste Widerstand am mittleren Bollinger-Band bei rund 113,65 gesehen, während das obere Band bei etwa 114,88 eine stärkere Barriere darstellt, falls die Bullen die Kontrolle zurückgewinnen. Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung am unteren Bollinger-Band bei 112,45, gefolgt vom Tief vom 13. März bei 111,47, während der 100-Tage-SMA bei 110,52 eine tiefere, aber wichtige Unterstützung darstellt, die die breitere bullische Tendenz absichert.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.