EUR/USD bewegt sich kaum, nachdem es am Vortag leichte Verluste verzeichnete, und pendelt während der asiatischen Handelszeiten am Mittwoch um 1,1600. Das Währungspaar könnte weiter abwerten, da der US-Dollar (USD) aufgrund zunehmender Risikoaversion infolge des Nahostkonflikts an Boden gewinnt.
US-Präsident Donald Trump drohte kürzlich, die Angriffe auf den Iran in zwei oder drei Tagen wieder aufzunehmen, um einen Deal zur Beendigung des Krieges zu erzwingen. Dies erfolgte nach einer kurzen Pause der geplanten Feindseligkeiten infolge eines neuen Vorschlags Teherans zur Beendigung des US-israelischen Konflikts, so Bloomberg. Unterdessen erklärte ein iranischer Beamter, dass die US-Drohung mit einem massiven Angriff entschlossen beantwortet werde und dass der Iran vollständig darauf vorbereitet sei, jegliche militärische Aggression zu konfrontieren.
In der Geldpolitik bemerkte die Präsidentin der Federal Reserve Bank von Philadelphia, Anna Paulson, dass die aktuelle Politik leicht restriktiv sei, was dazu beitrage, den Inflationsdruck unter Kontrolle zu halten und gleichzeitig einen stabilen Arbeitsmarkt zu bewahren. Paulson gab an, dass der derzeitige Leitzins geeignet sei, den Inflationsdruck nach unten zu drücken, wobei eine angemessene Zinserhöhung möglich bleibe, falls das Wirtschaftswachstum das Potenzial übersteige oder neue Inflationsrisiken auftauchten.
Unterdessen könnte der Euro (EUR) gegenüber dem US-Dollar an Boden gewinnen, gestützt durch hawkische Kommentare von Politikern der Europäischen Zentralbank (EZB). EZB-Ratsmitglied Martin Kocher warnte, dass eine Zinserhöhung im Juni unvermeidlich sei, falls die Straße von Hormus geschlossen bleibe, und merkte an, dass ein anhaltender Konflikt die Inflation in der Eurozone deutlich nach oben treiben werde. Bundesbankpräsident Joachim Nagel bestätigte diese Einschätzung und erklärte, dass sich die EZB von ihrem Basisszenario entferne und andeutete, dass im Juni Maßnahmen erforderlich sein könnten.
Im Einklang mit diesen Signalen der Zentralbank erwarten nun rund 85 % der von Reuters befragten Ökonomen, dass die EZB ihren Einlagensatz im Juni um 25 Basispunkte auf 2,25 % anheben wird. Dies stellt einen deutlichen Anstieg der Erwartungen im Vergleich zur Zeit kurz vor der April-Sitzung dar, als nur etwas mehr als die Hälfte der befragten Ökonomen einen solchen Schritt erwartete.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.